Ansicht von oben. Die Innenseite zeigt sich kastanienbraun; die Außenseite ist etwas heller und leicht eingebogen. Zur Mitte zeigen sich auf der Innenseite leichte Falten.
Der Buchenwald-Becherling bildet schüsselförmige bis unregelmäßig verbogene Fruchtkörper aus, die direkt auf dem Erdboden wachsen. Die Innenseite (das Fruchtlager) ist hell- bis mittelbraun gefärbt, während die Außenseite meist etwas blasser und fein kleiig strukturiert ist. Ein Stiel fehlt fast völlig; der Becher sitzt direkt dem Substrat auf. Er ist ein typischer Bewohner kalkhaltiger Laubwälder und erscheint oft schon zusammen mit den Morcheln. Sein Fleisch ist brüchig und setzt bei Verletzung eine klare Flüssigkeit (keine Milch!) frei.
🍳 Vorbereitung & Verwendung: Ungenießbar Der Buchenwald-Becherling besitzt keinen Speisewert. Er ist zwar nicht als giftig bekannt, aber aufgrund seiner dünnfleischigen, zähen bis brüchigen Konsistenz und des faden Geschmacks für die Küche völlig unbedeutend. Zudem besteht eine hohe Verwechslungsgefahr mit potenziell giftigen Arten.
🍂 Ökologie & Standort: Er wächst als Saprobiont auf dem Erdboden, bevorzugt in der Laubstreu von Rotbuche. Seltener findet man ihn bei Eiche oder Hainbuche. Er liebt kalkhaltige oder basenreiche Böden und erscheint von April bis Juli, oft an lichten Stellen, Waldrändern oder auf kalkreichem Lehm.
🔬 Bestimmungs-Tipp: Substrat & Mikroskop Achten Sie auf das Substrat: Dieser Becherling wächst auf der Erde, nicht auf Holz. Wenn Sie einen braunen Becherling auf morschem Holz finden, handelt es sich meist um eine andere Art. Eine sichere Bestimmung ist bei braunen Becherlingen oft nur mikroskopisch über die Sporenornamentik (fein punktiert) möglich.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Peziza arvernensis
Weitere Bezeichnungen:
Buchenwaldbecherling
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
3.0 cm - 10.0 cm breit; haselnussbraun bis hell kastanienbraun; bis 5 cm hoch, jung blasenförmig, später schüsselförmig, z. T. unregelmäßig verbogen, stiellos auf dem Boden aufsitzend, Innenseite glatt, zur Mitte hin mit Falten, matt, Außenseite heller, trocken weißlich bis cremefarben, fein samtig-kleiig, zur Basis hin faltig zusammengezogen, Rand trocken etwas eingebogen
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
keine Hutunterseite vorhanden
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 0.0 cm, max. Stielbreite 0.0 cm; kein Stiel vorhanden
Fleisch:
blassbraun, dünn, zerbrechlich, im Schnitt nicht milchend
Geruch:
angenehm pilzarti
Geschmack:
mild
Sporen:
weiß bis blass cremefarben (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop durchsichtig (hyalin); Größe: 15,0–18,5 x 8,5–10,5 µm (Q-Wert: ca. 1,6–1,9), ellipsoid, mit feinen bis mäßig groben Warzen ornamentiert (warzig), reif oft mit zwei charakteristischen Öltropfen im Zytoplasma, dickwandig; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid (Ascus-Apikalapparat jedoch IKI+ blau), KOH-Reaktion negativ.
✘Fruchtkörper: 3–10 cm breit; schüsselförmig, im Alter oft flach ausgebreitet und unregelmäßig verbogen; Rand oft wellig oder eingerissen.
✘Farbe: Innenseite (Fruchtschicht) hellbraun bis nussbraun; Außenseite deutlich blasser, weißlich-beige bis hellbräunlich und fein kleiig strukturiert.
✘Fleisch: Brüchig und wässrig; ohne Milchsaft (wichtiges Abgrenzungsmerkmal zu Milchlingen).
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
STANDORT & BODENBÜRTIGKEIT:
Der Buchenwald-Becherling wächst als Saprobiont direkt auf dem Erdboden (oft zwischen Laubstreu) und nicht auf morschem Holz. Er bevorzugt kalkhaltige Böden in Laubwäldern, insbesondere unter Rotbuchen. Zur sicheren Abgrenzung von sehr ähnlichen Becherlingsarten ist oft eine mikroskopische Untersuchung der Sporen notwendig.
Sammler-Berichte
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