Der Niedergedrückte Rötling (Entoloma rhodopolium) ist ein häufiger Bewohner von Laubwäldern mit einem Hutdurchmesser von 5–12 cm. Er zeigt eine starke Bindung zur Rotbuche. Sein Erscheinungsbild ist unauffällig: Der Hut ist glatt, seidig glänzend und variiert zwischen graubraun und blass horngrau. Ein typisches Merkmal ist die Hygrophanität – bei Trockenheit blasst der Hut von der Mitte her deutlich aus. Die Lamellen färben sich mit der Sporenreife schmutzig-rosa.
☠ Giftwarnung: Giftig! Der Niedergedrückte Rötling verursacht heftige Magen-Darm-Vergiftungen.
Symptome: Starkes Erbrechen, Durchfall und schmerzhafte Bauchkrämpfe treten meist 1 bis 4 Stunden nach dem Verzehr auf.
Gefahr: Aufgrund seiner Unscheinbarkeit wird er oft mit essbaren Trichterlingen oder Ritterlingen verwechselt. Er ist kein Speisepilz!
⚠ Status & Seltenheit: In Deutschland in kalkreichen Laubwäldern sehr häufig. Er gilt als ungefährdet.
🍂 Ökologie & Erscheinen: Ein Saprobiont, der bevorzugt in der Laubstreu unter Rotbuchen auf kalkhaltigen oder basenreichen Böden wächst. Erscheinungszeit: August bis Oktober.
🔬 Bestimmungs-Tipp:Geruch & Abgrenzung
Achten Sie auf den Geruch: Er riecht meist schwach mehlig oder unbedeutend. Der sehr ähnliche Alkalische Rötling (Entoloma nidorosum) riecht dagegen stechend nach Lauge oder Ammoniak. Wichtig: Die Lamellen sind bei Rötlingen oft unregelmäßig (ausgebuchtet) angewachsen.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Entoloma rhodopolium
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
5.0 cm - 12.0 cm breit; graubraun, hellgrau, hellbeige; anfangs gewölbt, dann ausgebreitet, eingedellt, alt niedergedrückt, stark flatterig verbogen, hygrophan, teilweise fein radial gefurcht, fettig anzufühlen, Rand nach unten gebogen und am Saum etwa 2mm überstehend
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Lamellen am Stiel ausgebuchtet angewachsen, jung hell graubraun, später lachsrosa, häufig wellig, dicht stehend, breit
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 12.0 cm, max. Stielbreite 1.0 cm; weiß bis hellgelblich, hohl, längsstreifig
✔Hut: 3–12 cm breit, hellbraun bis graubraun, oft hygrophan (bei Feuchtigkeit dunkler), glatt.
✔Lamellen: Anfangs weißlich, im Alter durch das Sporenpulver schmutzig rosa, ausgebuchtet am Stiel angewachsen.
✔Stiel: Weißlich, oft etwas faserig, ohne Ring.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
WICHTIGSTES MERKMAL:
Die Kombination aus dem im Alter rosa Lamellenansatz, dem Fehlen eines Rings und dem typischen, mehlartigen Geruch hilft bei der Identifizierung.
Sammler-Berichte
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