Ansicht auf die Hutunterseite. Erkennbar sind die orange gefärbten, dicht stehenden sowie gegabelten Lamellen, die angewachsen und leicht herablaufend sind.
Weiterer Blick auf die Hutunterseite. Dieses Exemplar ist noch relativ jung. Der Rand ist noch eingerollt. Schon in diesem Stadium beginnt der Stiel hohl zu werden.
Querschnitt eines Fichten-Reizkers. Die Menge des austretenden (karottenroten) Saftes ist hier sehr wenig und kann durchaus auch etwas üppiger ausfallen.
Der Fichtenreizker ist ein treuer Begleiter der Fichte und bevorzugt kalkhaltige Böden, kommt aber auch auf saurem Untergrund vor. Sein Erscheinungsbild ist oft von grünlichen Flecken geprägt, was ihn auf den ersten Blick unansehnlich wirken lässt – doch dies ist kein Zeichen von Verderb, sondern ein völlig normales Merkmal dieser Art. Die orangefarbene Milch verfärbt sich nach einiger Zeit (etwa 15-30 Minuten) weinrot. Typisch für Reizker ist zudem die konzentrische Zonierung auf dem Hut, die beim Fichtenreizker jedoch oft durch die spätere Grünfärbung überdeckt wird.
💡 Bestimmungs-Tipp: Milchfarbe und Baumpartner Das wichtigste Merkmal aller Reizker ist die orangefarbene Milch, die beim Brechen der Lamellen oder des Fleisches austritt. Achten Sie auf den Standort: Finden Sie den Pilz unter einer Fichte und verfärbt sich die orange Milch langsam weinrot, ist die Bestimmung sicher. Der Stiel besitzt beim Fichtenreizker im Gegensatz zum Edelreizker meist keine grubigen Vertiefungen (Grubigkeit).
🍳 Kulinarik-Tipp: Kurz und kross Der Fichtenreizker hat einen leicht herben, würzigen Geschmack. Zubereitung: Am besten schmeckt er scharf angebraten (gerne mit Ei), da er so sein Aroma optimal entfaltet. Er eignet sich auch hervorragend zum Einlegen in Öl oder Essig. Hinweis: Nach dem Verzehr von Reizkern kann sich der Urin rot färben – dies ist völlig harmlos und liegt an den enthaltenen Farbstoffen des Pilzes.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Lactarius deterrimus
Weitere Bezeichnungen:
Fichtenreizker
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
3.0 cm - 12.0 cm breit; orangenrot, grünend verwaschen; anfangs gewölbt, Mitte bald vertieft, zuletzt schwach trichterförmig, Oberfläche kahl, feucht schmierig, zum Rand hin mit dunkler Zonierung, Rand jung eingerollt
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Lamellen am Stiel angewachsen bis etwas herablaufend, dicht stehend, brüchig, untermischt und gegabelt, blassocker, orangenfarben, alt graugrün fleckend
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 6.0 cm, max. Stielbreite 2.0 cm; nach unten etwas verdickt, bald hohl, glatt, orangenfarben mit weniger intensiven bis gar keinen Gruben und Flecken
Fleisch:
brüchig, gelblich, bei Bruchstellen oder Schnitt austretende, karottenrote (nach 10 - 30 Minuten weinrot verfärbende) Milch
Geruch:
obstartig
Geschmack:
mild bis leicht bitter
Mikroskopische Aufnahme: Sporen von Fichten-Reizker
cremefarben bis blass ocker; Größe: 8,0–10,0 x 6,5–7,5 µm (Q-Wert: ca. 1,2–1,4), breit ellipsoid; Ornament: amyloid, mit einem unvollständigen netzartigen Muster aus feinen Leisten und Warzen (Kämme bis ca. 0,5 µm hoch); Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz amyloid (blau-grau verfärbend), KOH-Reaktion inaktiv.
✔Hut: 3-12 cm breit; feucht schmierig; lebhaft orange- bis lachsfarben, im Alter oder bei Verletzung charakteristisch grünfleckig ausblassend.
✔Lamellen: Orangefarben, am Stiel angewachsen bis leicht herablaufend; bei Druck ebenfalls grünend.
✔Stiel: Zylindrisch, hohl, farblich wie der Hut; im Gegensatz zum Edelreizker meist **ohne** grubige Vertiefungen (Gattern).
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
ORANGE MILCH & GRÜNVERFÄRBUNG:
Das sicherste Merkmal aller echten Reizker ist die **orangefarbene Milch**, die bei Bruch sofort austritt. Beim Fichten-Reizker verfärbt sich diese Milch nach ca. 15-30 Minuten weinrot. Der gesamte Pilz neigt zudem stark dazu, bei Alter oder Verletzung **grünlich (spanngrün)** zu oxidieren.
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Zubereitungstipp:
Am besten scharf in der Pfanne anbraten. **Wichtig:** Nach dem Verzehr kann sich der Urin rötlich verfärben. Dies ist völlig harmlos und liegt an den enthaltenen Farbstoffen (Azulene).
Sammler-Berichte
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