Ansicht von schräg oben. Die Hüte erscheinen in bräunlichen Farbtönen. Die Oberflächen sind schuppig; hierbei sind die Schuppen der Hutmitte etwas aufgerichtet.
Blick auf die Hutunterseite. Die Lamellen sind am Stiel angewachsen und fast entfernt stehend. Die Weißfärbung in Stielnähe tritt häufig bei älteren Exemplaren auf.
Der Wollige Rißpilz (Inocybe lanuginosa) ist ein kleiner, 2 bis 5 cm breiter Pilz, dessen Hut dicht mit aufrechten, wolligen Schüppchen bedeckt ist. Die Farbe ist ein warmes Dunkel- bis Umbrabraun. Durch die struppige Oberfläche wirkt er eher wie ein kleiner Schirmling oder Wollkopf-Schwindling. Die Lamellen sind jung hellgrau und werden später zimt- bis tabakbraun.
☠ Giftwarnung: STARK GIFTIG (Muscarin-Syndrom) Auch dieser Vertreter enthält Muscarin. Aufgrund seiner geringen Größe und der untypischen, wolligen Optik wird er oft nicht sofort als gefährlicher Rißpilz erkannt. Es besteht Lebensgefahr durch Herz-Kreislauf-Versagen.
🍂 Ökologie & Erscheinen: Ein Mykorrhizapartner, der bevorzugt in Nadelwäldern (oft bei Fichten) auf sauren Böden wächst. Er besiedelt gerne bemooste Stellen oder sehr morsches, im Boden vergrabenes Holz. Erscheint von Juli bis Oktober.
Achten Sie auf den Stiel: Er ist wie der Hut jüngst-wollig schuppig und dunkelbraun gefärbt. Der Geruch ist unbedeutend oder schwach erdig (nicht ausgeprägt spermatisch). Zur sicheren Abgrenzung von ähnlichen Arten dient das Mikroskop: Er besitzt deutliche Höckersporen.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Inocybe lanuginosa
Weitere Bezeichnungen:
Wolliger Rißpilz
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
2.0 cm - 5.0 cm breit; beigebraun, rotbraun, dunkel haselbraun, satt braun; halbkugelig-kegelig bis flach gewölbt, gebuckelt, Scheitel meist mit aufgerichteten Schüppchen, Rand heller, filzig-schuppig bis sparrig-schuppig, leicht überstehend, jung oft mit Cortinaresten behangen
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Lamellen angewachsen, jung weißlichbeige, nur mäßig gedrängt bis fast entfernt stehend, später zimtbraun, an der Anwachsstelle zum Stiel (im Alter) oft weißlich gefärbt
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 7.0 cm, max. Stielbreite 1.0 cm; hutfarben, in Gänze faserschuppig
Fleisch:
im Hut schmutzig weißlich, im Stiel bräunlich
Geruch:
moderig, säuerlich oder spermatisch
Geschmack:
mild
Sporen:
tabakbraun, ausgeprägt höckerig
Boden:
Torfboden, saurer Boden
Begleitpflanze:
Wurmfarn, Frauenfarn, Torfmoose
Vorkommen / Fundorte:
NadelwaldMischwaldunter Kiefernunter Fichten
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
✘Hut: 2–5 cm; dunkelbraun bis umbrabraun; gewölbt bis ausgebreitet; Oberfläche auffallend wollig-schuppig bis struppig aufgeraut.
✘Lamellen: Erst gräulich-weißlich, später braun bis oliv-braun; angewachsen; Schneiden hell bewimpert.
✘Stiel: Ähnlich wie der Hut gefärbt; wollig-faserig bis schuppig; Basis oft etwas verdickt, aber ohne abgesetzte Knolle; im oberen Bereich meist bereift.
🔍 Entscheidendes Merkmal
STRUKTUR & STANDORT:
Die stark wollig-schuppige Hutoberfläche und der faserige Stiel sind kennzeichnend. Er wächst bevorzugt in der Nähe von stark vermorschtem Nadelholz oder auf sehr sauren, moosigen Böden.
Sammler-Berichte
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