⚠️ WICHTIGER HINWEIS: Dieser Pilz enthält Coprin. In Verbindung mit Alkohol (auch Tage nach dem Verzehr) wirkt er giftig! Absolutes Alkoholverbot beachten.
Der Graue Faltentintling ist ein häufiger Begleiter in Gärten, Parks und an Wegrändern, wo er bevorzugt an vergrabenem Holz oder Baumstümpfen wächst. Sein Hut ist aschgrau bis graubraun, längsgefaltet (daher der Name) und an der Spitze oft mit kleinen, bräunlichen Schüppchen besetzt. Wie alle Tintlinge verflüssigt er sich bei Reife zu einer schwarzen, tintenartigen Flüssigkeit. Früher wurde diese Masse tatsächlich mit Nelkenöl und Gummi arabicum versetzt, um daraus dokumentenechte Tinte herzustellen.
💡 Bestimmungs-Tipp: Struktur und Standort Achten Sie auf die graue Farbe und die deutliche Faltung des Hutes. Er tritt fast immer büschelig auf. Im Gegensatz zum Schopftintling ist sein Hut nicht reinweiß und schuppig, sondern eher glatt und grau bereift. Der Stiel ist weiß, hohl und besitzt an der Basis oft eine angedeutete ringartige Zone.
⚠ ACHTUNG: Das Coprinus-Syndrom Dieser Pilz enthält große Mengen des Wirkstoffs Coprin. Coprin blockiert den Abbau von Alkohol im menschlichen Körper (Acetaldehyd-Dehydrogenase-Hemmung). Wer zum oder nach dem Pilzgericht Alkohol trinkt, erleidet eine schwere Vergiftung mit Herzrasen, lila Hautverfärbungen, Übelkeit und Atemnot. Da der Wirkstoff lange im Körper verbleibt, muss ein Zeitraum von mindestens 4 Tagen vor und nach der Mahlzeit strikt alkoholfrei bleiben!
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Coprinopsis atramentaria
Weitere Bezeichnungen:
Grauer Faltentintling
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
3.0 cm - 7.0 cm breit; grauweißlich, aschgrau bis graubräunlich; 3-10 cm hoch, erst eiförmig, dann kegelig bis glockig, Scheitel anfangs mit anliegenden, bräunlichen, abwischbaren Schüppchen bedeckt, Rand gerieft bis faltig, alt zerissen bis aufgebogen, Hut im Alter vom Rand her tintenartig zerfließend
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Lamellen am Stiel abgerundet bis schmal angeheftet, bauchig, sehr gedrängt, jung weißlich, bald graurosa, schließlich schwarz
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 15.0 cm, max. Stielbreite 1.5 cm; zylindrisch, nach oben verjüngt, voll, später hohl, zerbrechlich, jung weißlich, zartfaserig bis schuppig, zur Basis hin verdickt mit ringartigem Wulst
Fleisch:
dünn, sehr mürbe, weiß, im Alter schwarz zerfließend
Geruch:
schwach
Geschmack:
angenehm mild
Sporen:
schwarz; Größe: 7,5–10,0 x 4,5–6,0 µm (Q-Wert: ca. 1,5–1,8), breit ellipsoid bis eiförmig; Ornament: glatt, dickwandig, dunkel; Keimporus: deutlicher, zentraler Keimporus an der Spitze vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion inaktiv.
⚠Hut: 3-7 cm breit; eiförmig bis glockig; grau bis graubraun; Oberfläche kahl oder fein schuppig, deutlich längsgefaltet bzw. gefurcht.
⚠Lamellen: Sehr dicht stehend; anfangs weißlich, dann grau und bei Reife tinteartig schwarz zerfließend.
⚠Stiel: Weiß, hohl, zur Basis hin oft etwas verdickt; mit einer angedeuteten, ringartigen Zone im unteren Bereich.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
GRAUE FALTUNG & BÜSCHELWUCHS:
Im Vergleich zum Schopftintling fehlen ihm die abstehenden Schuppen; der Hut wirkt eher glatt und ist charakteristisch **gefaltet**. Er wächst fast immer in sehr dichten Büscheln an vergrabenen Holzresten oder Stümpfen.
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Giftig mit Alkohol (Coprin):
Der Pilz enthält **Coprin**, welches den Abbau von Alkohol im Körper blockiert. Werden vor, zum oder bis zu 3 Tage nach der Mahlzeit alkoholische Getränke konsumiert, kommt es zu schweren Vergiftungserscheinungen (Herzrasen, Rötung, Übelkeit). Ohne Alkohol ist er essbar.
Sammler-Berichte
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