Der Rotköpfige Schleimpilz (Metatrichia vesparium) ist durch seine markanten, weinroten bis schwarz-purpurnen Fruchtkörper (Sporocarpien) erkennbar. Diese stehen meist gesellig in dichten Gruppen auf einem gemeinsamen häutigen Lager. Die einzelnen Köpfchen sind zylindrisch bis keulenförmig und öffnen sich bei Reife mit einem Deckel (Operculum), wobei das leuchtend ziegelrote bis ockerfarbene Kapillitium (Sporenmasse) sichtbar wird, das an kleine Wespennester erinnert.
🍄 Kulinarik: Ungenießbar Schleimpilze sind aufgrund ihrer Konsistenz und Lebensweise generell nicht für den Verzehr geeignet.
🍂 Ökologie & Erscheinen: Ein Saprobiont, der auf stark morschem Laubholz (selten Nadelholz) wächst. Er besiedelt bevorzugt feuchte Stämme und Stümpfe, oft unter der Rinde oder in Spalten. Erscheinungszeit: Ganzjährig, besonders häufig im Herbst und Winter nach feuchten Perioden zu finden.
🔬 Bestimmungs-Tipp:Wespennest-Struktur
Achten Sie auf die gebündelten Fruchtkörper. Wenn sie aufspringen, wirken sie wie winzige, geöffnete Tonnen oder Nester. Die dunkelrote, glänzende Hülle (Peridie) im Kontrast zum helleren inneren "Wolle"-Geflecht ist sehr charakteristisch.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Trichia Decipiens Macbride
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
0.0 cm - 0.2 cm breit; orange, orangerot, rot; ballonförmig, Oberfläche glatt, glänzend, gestielt, sehr klein
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
keine Hutunterseite vorhanden, siehe Fruchtkörperbeschreibung
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 0.5 cm, max. Stielbreite 0.1 cm; sehr dünn und klein, meist weißlich oder transparentartig, teilweise aber auch etwas dunklere Farbtöne
Fleisch:
transparent bis weißlich
Geruch:
unbedeutend
Geschmack:
unbedeutend
Sporen:
olivbraun bis ockerbraun (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop blass gelbbraun; Größe: 10,0–13,0 x 10,0–13,0 µm (Q-Wert: ca. 1,0–1,1), globos bis subglobos (kugelig), netzartig ornamentiert (mit einem feinen, erhabenen Retikulum, das meist zu zwei Dritteln oder auf der ganzen Spore ausgebildet ist), mäßig dickwandig, meist ohne auffällige Öltropfen; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion negativ.
Boden:
morschiges Holz
Begleitpflanze:
Moose
Vorkommen / Fundorte:
LaubholzNadelholzan / auf Baumstümpfen
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
✔Fruchtkörper (Sporokarpe): Sehr klein (bis ca. 3 mm hoch); birnen- bis kreiselförmig; deutlich gestielt. Die Farbe ist im unreifen Zustand äußerst variabel und reicht von zinnoberrot über leuchtend orange bis hin zu oliv-braun oder gelb-braun bei vollständiger Reife.
✔Hülle (Peridie): Dünn, glänzend, im oberen Teil bei Reife unregelmäßig aufreißend, um das gelbliche bis olivfarbene Sporenpulver freizusetzen. Der untere Teil bleibt oft als kleiner Becher am Stiel stehen.
✔Stiel: Meist recht kurz, runzelig und farblich ähnlich wie der Fruchtkörper oder etwas dunkler bräunlich gefärbt.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
REIFEPROZESS:
Dieser Myxomyzet ist im Feld am besten an seiner leuchtend roten Farbe im unreifen Zustand zu erkennen. Bei der Reife verliert er das Rot komplett und wird unauffällig bräunlich. Ein sicheres mikroskopisches Merkmal sind die sehr langen, zugespitzten Elateren (Spirolfäden) im Inneren.
Aktuell ist kein Bestimmungs-Video für diese Art verfügbar.
Sammler-Berichte
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