Der Ziegelrote Risspilz ist ein lebensgefährlich giftiger Pilz, der vor allem in lichten Laubwäldern und Parkanlagen auf kalkhaltigen Böden vorkommt. Sein Erscheinungszeitraum beginnt bereits im Mai, was ihn zu einem tückischen Doppelgänger des essbaren Maipilzes macht. Ein charakteristisches Merkmal ist die rötliche Verfärbung: Der anfangs weißliche bis kegelige Hut bekommt im Alter oder bei Berührung ziegelrote Flecken. Der Geruch ist im jungen Zustand angenehm fruchtig, wird später aber oft unangenehm spermatisch oder stechend.
☠Lebensgefahr: Muscarin-Syndrom Dieser Pilz enthält extrem hohe Konzentrationen an Muscarin. Bereits 40 bis 50 Gramm des Frischpilzes können für einen Erwachsenen tödlich sein. Die Symptome (Schweißausbruch, Speichelfluss, Sehstörungen, Herzrythmusstörungen) setzen sehr schnell, meist innerhalb von 15 bis 30 Minuten, ein. Es besteht akute Lebensgefahr durch Atemlähmung oder Herzstillstand.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Inocybe erubescens
Weitere Bezeichnungen:
Mai-Risspilz, Mai Risspilz, Ziegelroter Risspilz
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
2.0 cm - 9.0 cm breit; jung weißlich bis blass strohgelb/ocker, verfärbt sich bei Verletzungen schwach ziegelrot, später rotbräunlich; jung stumpfkegelig, dann glockig ausgebreitet und stumpf gebuckelt, Oberfläche fein radialfasrig, etwas glänzend, Rand rissig
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Lamellen ausgebuchtet angeheftet bis fast frei, gedrängt, untermischt, erst weißlich, später graubeige, zuletzt olivbraun, an Druckstellen langsam rötend, Schneiden weiß bewimpert
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 8.0 cm, max. Stielbreite 1.0 cm; fasrig, anfangs weißlich, bei Berührung und später rötend
Fleisch:
fest, fasrig, weiß, an Bruch- und Schnittstellen langsam rötend
Geruch:
fruchtartig (alt unangenehm)
Geschmack:
mild (nicht probieren!)
Sporen:
braun bis ockerbraun; Größe: 10,0–14,0 x 5,5–8,0 µm (Q-Wert: ca. 1,5–1,9), unregelmäßig mandelförmig (amigdaliform) bis subzylindrisch, oft mit stumpfer bis leicht spitz zulaufender Apikalregion; Ornament: glatt, dickwandig; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion inaktiv.
Sammler-Berichte
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