Frontalansicht auf ein relativ junges Exemplar. Die Hutform ist noch gewölbt, aber in der Mitte bereits vertieft. Markant ist die dunkel olivgrüne bis olivbraune Färbung des Fruchtkörpers.
Der Olivbraune Milchling ist ein stattlicher Pilz, der fast ausschließlich unter Birken auf feuchten, sauren Böden vorkommt. Sein Hut ist charakteristisch oliv-schwarz bis schmutzig dunkelbraun gefärbt, oft schleimig und am Rand lange Zeit eingerollt und behaart. Bei Verletzung gibt der Pilz eine weiße, sehr scharf schmeckende Milch ab. Trotz seines finsteren Aussehens wurde er in Osteuropa traditionell als Speisepilz genutzt – eine Praxis, die heute als lebensgefährlich gilt.
☣ Achtung: Giftig & Krebserregend! Lange Zeit galt dieser Pilz als essbar, wenn er abgekocht wurde. Moderne Untersuchungen haben jedoch das Gift Necatorin nachgewiesen. Dieser Stoff wirkt stark mutagen (erbgutverändernd) und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Auch durch Erhitzen wird das Gift nicht vollständig zerstört. Vom Verzehr wird daher dringend abgeraten!
💡 Bestimmungs-Tipp: Die "schmutzige" Farbe Kaum ein anderer Milchling ist so dunkel oliv-braun bis fast schwarz gefärbt. In Verbindung mit dem Standort unter Birken und der brennend scharfen Milch ist er gut erkennbar. Im Alter verfärbt sich der Hut oft violett-schwarz.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Lactarius turpis
Weitere Bezeichnungen:
Olivgrüner Milchling, Mordschwamm, Tannenreizker
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
5.0 cm - 20.0 cm breit; dunkel olivgrün, braunoliv; jung gewölbt, dann ausgebreitet, niedergedrückt, später flach trichterförmig, festfleischig, Oberfläche feucht klebrig oder schmierig, trocken etwas filzig, alt kahl, Mitte olivschwärzlich, Rand lange eingerollt, jung gelbgrün und flaumig-fransig
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
am Stiel angewachsen, oft etwas herablaufend, gedrängt, untermischt und z. T. gegabelt, dünn, jung weißlich, später schmutzig cremefarben, bald von alter Milch deutlich braunfleckig
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 8.0 cm, max. Stielbreite 3.0 cm; zylindrisch, hutfarben oder etwas heller als der Hut, mit dunkleren Flecken, an der Spitze blasser
Fleisch:
fest, alt etwas brüchig, weißlich bis blassgelb, Milch reichlich und weiß, verfärbt sich beim Eintrocknen graugrünlich
Geruch:
geruchlos
Geschmack:
brennend scharf
Mikroskopische Aufnahme: Sporen von Olivbrauner Milchling
cremefarben bis blass ocker (Sporenpulver); Größe: 7,0–9,0 x 5,5–7,0 µm (Q-Wert: ca. 1,2–1,4), breit ellipsoid; Ornament: mit warzigen bis rippenartigen Erhebungen, die durch feine Linien zu einem unvollständigen Netz verbunden sind (amyloides Ornament); Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz amyloid (Sporenornament schwarz-blau anfärbend), KOH-Reaktion inaktiv.
⚠Hut: 5-20 cm breit; kräftig; olivbraun, schwarzgrün bis fast schwarz; Rand lange eingerollt und oft zottig behaart; Oberfläche bei Feuchtigkeit sehr schmierig.
⚠Lamellen: Schmutzig weißlich bis blass gelblich; stehen dicht; bei Verletzung fleckig schwarzbraun werdend.
⚠Milch: Weiß; unveränderlich; brennend scharf im Geschmack.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
DUNKLE FARBE & BIRKEN-PARTNER:
Sein "schmutziges" Aussehen ist charakteristisch: Die oliv-schwarze Hutfarbe in Kombination mit den gilbenden Lamellen, die bei Druck schwarz-fleckig werden, ist einzigartig. Er wächst fast ausschließlich bei Birken auf sauren, feuchten Böden.
Sammler-Berichte
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