Das Lilablättrige Tausendblatt (Baeospora myriadophylla) ist ein kleiner, aber außergewöhnlicher Pilz mit einem Hutdurchmesser von 1–4 cm. Er kommt fast ausschließlich an stark vermodertem Nadelholz, bevorzugt der Weißtanne (Abies alba), vor. Der Hut ist graubräunlich und hygrophan. Das absolute Highlight sind die Lamellen: Sie stehen extrem dicht und weisen bei frischen Fruchtkörpern eine wunderschöne lilafarbene bis violette Tönung auf, die im Alter zu Grau-Beige verblasst.
🍄 Kulinarik: Unbedeutend
Obwohl keine Giftstoffe bekannt sind, ist dieser Pilz aufgrund seiner Seltenheit und der geringen Fleischmasse für die Küche völlig ohne Belang. Zudem sollte er wegen seiner ökologischen Bedeutung unbedingt geschont werden.
⚠ Status & Seltenheit:
In Deutschland sehr selten. Der Pilz gilt als Urwaldrelikt-Art und wichtiger Zeiger für naturnahe Bergwälder mit hohem Totholzanteil.
🍂 Ökologie & Erscheinen:
Ein spezialisierter Saprobiont an stark morschem Nadelholz (bevorzugt Tanne, seltener Fichte). Er wächst meist büschelig an dicken, am Boden liegenden Stämmen in kühl-feuchten Lagen. Erscheinungszeit: Juni bis September (Sommer- bis Frühherbstpilz).
🔬 Bestimmungs-Tipp: Die Lamellendichte Die Kombination aus dem Substrat (Tannenholz) und den extrem engstehenden Lamellen mit ihrem violetten Schimmer ist in dieser Kombination unverwechselbar. Der ähnliche Mäuseschwanz-Rübling wächst auf Zapfen und hat niemals violette Lamellen.
Sammler-Berichte
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