Der Zunderschwamm ist ein mehrjähriger Baumpilz, der bevorzugt an geschwächten oder abgestorbenen Laubbäumen, allen voran der Buche und Birke, vorkommt. Er bildet hutförmige, oft hufartige Fruchtkörper mit einer harten, grauen Kruste aus. Berühmt wurde er durch seine lockere, filzige Mittelschicht, die Trama. Diese wurde in einem aufwendigen Verfahren (Kochen in Lauge oder Salpeter, Klopfen und Trocknen) zu "Zunder" verarbeitet, der Funken extrem leicht auffängt und weiterglimmt. Neben der Nutzung als Feuerstarter wurde aus dem lederartigen Material sogar Kleidung wie Hüte und Taschen hergestellt. Heute wird er zudem intensiv auf seine medizinischen Wirkstoffe hin untersucht.
💡 Bestimmungs-Tipp: Die Krustenprobe
Um den Zunderschwamm vom ähnlichen Rotrandigen Baumschwamm zu unterscheiden, hilft der "Anzündtest" oder die Druckprobe an der Kruste. Die Kruste des Zunderschwamms ist sehr hart und nicht schmelzbar. Wenn man ein glühendes Streichholz an die Unterseite hält, schmilzt die Kruste beim Rotrandigen Baumschwamm (Harz), während sie beim Zunderschwamm lediglich verkohlt. Zudem färbt sich die Kruste des Zunderschwamms bei Kontakt mit Kalilauge (KOH) sofort blutrot.
🍳 Kulinarik-Hinweis: Kein Speisepilz, aber Vitalquelle
Der Zunderschwamm ist aufgrund seiner holzigen Konsistenz absolut ungenießbar und kann nicht als Speisepilz verwendet werden. Anwendung: In der Naturheilkunde wird er jedoch geschätzt. Getrocknet und kleingeschnitten kann er als Tee aufgebrüht oder zu Pulver verarbeitet werden. Ihm werden entzündungshemmende und immunstärkende Eigenschaften zugeschrieben. Er ist ein klassischer "Vitalpilz", kein Küchenpilz.
Sammler-Berichte
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