Der Ohrförmige Seitling ist ein rein weißer Pilz, der fast ausschließlich an stark vermodertem Nadelholz (meist Fichte) wächst. Er ist dünnfleischiger und zerbrechlicher als die bekannten Speise-Seitlinge. Lange Zeit galt er als guter Speisepilz, doch nach einer Serie von Todesfällen in Japan im Jahr 2004 (Pleurocybella-Syndrom) wurde er als gefährlich eingestuft. Betroffen waren vor allem Menschen mit vorbestehenden Nierenerkrankungen; die Inhaltsstoffe führten zu schweren Gehirnentzündungen (Enzephalopathie). Da die genaue Ursache und die Beteiligung weiterer Faktoren bis heute nicht zu 100% geklärt sind, wird vom Verzehr heute dringend abgeraten.
⚠ WARNHINWEIS: Pleurocybella-Syndrom
Der Pilz steht im Verdacht, neurotoxisch zu wirken. Besonders Personen mit eingeschränkter Nierenfunktion sind höchst gefährdet. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Pilz auch bei gesunden Menschen Schäden verursacht, wird er heute in der modernen Fachliteratur als Giftpilz geführt.
🔍 Die elementaren Unterschiede (Abgrenzung)
Um Verwechslungen mit dem Lungenseitling oder Austernseitling zu vermeiden, beachten Sie diese 3 Merkmale:
1. Das Substrat: Der Ohrförmige Seitling wächst fast nur auf Nadelholz. Austern- und Lungenseitlinge bevorzugen Laubholz.
2. Die Farbe: Er ist rein weiß, fast durchscheinend. Speise-Seitlinge haben meist Grau-, Braun- oder Beigetöne.
3. Die Konsistenz: Das Fleisch ist sehr dünn und brüchig. Speise-Seitlinge sind deutlich fleischiger und elastischer.
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