Der Wässrige Porling ist ein faszinierender Pilz, der vor allem in Gebäuden, Kellern oder Bergwerken an verbautem Nadel- und Laubholz vorkommt. Er fällt durch sein glasig-weißes, fast hyalines Aussehen und seine wasserhelle, tropfende Erscheinung bei hoher Luftfeuchtigkeit auf. In der modernen Forschung hat er Weltruhm erlangt: Er wird gezielt eingesetzt, um das Holz für den Geigenbau zu veredeln. Der Pilz baut selektiv die dichten Zellstrukturen ab, ohne die Stabilität zu gefährden, was dem Holz Klangeigenschaften verleiht, die denen einer Stradivari verblüffend ähnlich sind.
🎻 Wissenswertes: Der "magische" Geigenpilz
Wissenschaftler der Empa (Schweiz) nutzen Physisporinus vitreus für die Herstellung von "Biotech-Geigen". Durch den kontrollierten Pilzbefall wird das Holz leichter und schwingungsfreudiger. Das Ergebnis ist ein magischer Klang, der normalerweise nur durch jahrzehntelange natürliche Alterung des Holzes entsteht.
💡 Bestimmungs-Tipp: Standort und Reaktion
Suchen Sie diesen Pilz nicht im offenen Wald, sondern an feuchtem Grubenholz oder in sehr feuchten Kellern. Die Fruchtkörper sind meist flach am Substrat angewachsen (resupinat) und verfärben sich bei Berührung oder beim Trocknen oft charakteristisch rotbraun bis fleischfarben.
🍳 Kulinarik-Hinweis: Bedeutungslos
Aufgrund seiner zähen Konsistenz und seines speziellen Standorts an verbautem Holz besitzt der Wässrige Porling keinen Speisewert. Er gilt als ungenießbar.
Sammler-Berichte
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