Der Wässrige Porling ist ein faszinierender Pilz, der vor allem in Gebäuden, Kellern oder Bergwerken an verbautem Nadel- und Laubholz vorkommt. Er fällt durch sein glasig-weißes, fast hyalines Aussehen und seine wasserhelle, tropfende Erscheinung bei hoher Luftfeuchtigkeit auf. In der modernen Forschung hat er Weltruhm erlangt: Er wird gezielt eingesetzt, um das Holz für den Geigenbau zu veredeln. Der Pilz baut selektiv die dichten Zellstrukturen ab, ohne die Stabilität zu gefährden, was dem Holz Klangeigenschaften verleiht, die denen einer Stradivari verblüffend ähnlich sind.
🎻 Wissenswertes: Der "magische" Geigenpilz Wissenschaftler der Empa (Schweiz) nutzen Physisporinus vitreus für die Herstellung von "Biotech-Geigen". Durch den kontrollierten Pilzbefall wird das Holz leichter und schwingungsfreudiger. Das Ergebnis ist ein magischer Klang, der normalerweise nur durch jahrzehntelange natürliche Alterung des Holzes entsteht.
🍳 Kulinarik-Hinweis: Bedeutungslos Aufgrund seiner zähen Konsistenz und seines speziellen Standorts an verbautem Holz besitzt der Wässrige Porling keinen Speisewert. Er gilt als ungenießbar.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Physisporinus vitreus
Weitere Bezeichnungen:
Wässeriger Porling, Glasigweißer Porling
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
2.0 cm - 30.0 cm breit; frisch weißlich-glasig bis bläulich-weiß, oft von Wassertropfen (Guttation) übersät; der Pilz erinnert an Schaum, variable Ausdehnung, ehr fein und im frischen Zustand fast durchsichtig, aber es gibt kein klassischer Hut, auf Druck oder Trocknen entstehen typische rötliche bis braune Flecken
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
keine Hutunterseite, Poren an sich weißlich bis glasig
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 0.0 cm, max. Stielbreite 0.0 cm; kein Stiel vorhanden
Fleisch:
schaumartige Konsistenz, weißlich, wässrig, frisch wachsartig-weich, trocken: hart und knorpelig
Geruch:
unbedeutend
Geschmack:
unbedeutend
Sporen:
weiß bis blass cremefarben; Größe: 4,0–5,5 x 3,5–4,5 µm (Q-Wert: ca. 1,0–1,2), fast kugelig bis breit ellipsoid; Ornament: glatt, dünnwandig, hyalin; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion inaktiv.
Boden:
Holz
Begleitpflanze:
Moose
Vorkommen / Fundorte:
NadelwaldMischwaldNadelholzLaubholzan / auf Baumstümpfen
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
✘Fruchtkörper: Resupinat (dem Substrat aufliegend) bis höckerig-knubbelig; weißlich-glasig bis blass bläulich-weiß; im frischen Zustand fast durchscheinend wirkend.
✘Poren: Sehr fein (4-6 pro mm); rundlich bis eckig; bei Berührung oder Verletzung oft bräunlich oder rötlich-braun nachdunkelnd.
✘Konsistenz: Frisch auffallend wasserreich, saftig und weich-wachsartig; getrocknet wird er steinhart und hornartig braun.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
GLASIGKEIT & NÄSSE-LIEBE:
Sein Name ist Programm: Er sieht im Wald oft wie "geschmolzenes Glas" oder fest gewordenes weißes Fett aus, das über das Holz fließt. Ein wichtiges Merkmal ist die rötlich-braune Verfärbung bei Druck. Er bevorzugt extrem nasse Standorte und wächst oft direkt über Moosen oder feuchter Erde an Holz.
Doppelgänger:
Bisher keine Doppelgänger hinterlegt. Achtung: Das bedeutet nicht, dass es keine gibt!
Sammler-Berichte
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