Wichtiger Hinweis: Optische Bestimmungshilfe – Keine Verzehrfreigabe!
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Blick auf ein liegendes Exemplar. Die Lamellen sind ausgebuchtet angewachsen und laufen mit einem Zahn herab. Die Lamellen sind hier noch beige und werden im Alter dunkler.
Blick auf die Hutunterseite und Stiel. Die Lamellenschneiden sind weißlich bewimpert (was man auf diesem Bild leider schlecht erkennen kann). Der bräunliche Stiel wirkt filzig-faserig und ist etwas bereift.
Blick von schräg oben. Wenn man genau hinsieht, kann man senkrecht stehende Borsten auf dem mittleren Exemplar erkennen. Beim vorderen Exemplar sieht man das die Schuppen etwas vom Hut abstehen.
Der Struppige Risspilz (Inocybe lacera) ist ein kleiner bis mittelgroßer, stark giftiger Blätterpilz aus der Familie der Risspilzverwandten (Inocybaceae). Der Hut wird 1,5–5 cm breit, ist zunächst kegelig bis glockig, später flach ausgebreitet mit stumpfem Buckel. Die Oberfläche ist charakteristisch struppig-schuppig, grobfaserig aufgerissen und zeigt eine erdbraune, graubraune bis nussbraune Färbung. Die Lamellen stehen gedrängt, sind zunächst blass gräulich-weiß und verfärben sich zur Sporenreife schmutzig braun bis zimtbraun mit feinst bewimperter Schneide. Der Stiel ist zylindrisch, faserig und blass braun.
⚠ Giftwarnung: Giftig / Muscarin-Syndrom Der Struppige Risspilz ist giftig.
Toxizität: Enthält das Nervengift Muscarin und kann ein schweres Muscarin-Syndrom verursachen. Das Gift wirkt direkt auf das parasympathische Nervensystem.
Symptome: Bereits wenige Minuten bis 2 Stunden nach der Aufnahme kommt es zu extremem Speichel- und Tränenfluss, starken Schweißausbrüchen, Sehstörungen (Pupillenverengung), Erbrechen, Bauchkrämpfen und Blutdruckabfall. Bei schweren Verläufen besteht Lebensgefahr durch Herzversagen oder Lungenödem.
Sammelhinweis: Sämtliche braunfaserigen Risspilze sind für die Küche strikt zu meiden.
🍂 Ökologie & Standort: Ein Mykorrhizapilz, der vor allem mit Nadelbäumen wie Kiefer (Pinus), Fichte (Picea) und Lärche (Larix), seltener auch mit Laubbäumen wie Sandbirke (Betula pendula), Rotbuche (Fagus sylvatica) oder Eiche (Quercus) Symbiosen eingeht. Er bevorzugt saure, sandige, nährstoffarme und oft gestörte Böden. Häufig findet man ihn an Wegrändern, in Sandgruben, auf Brandstellen, in Heidegebieten sowie in lichtem Nadelwald. Erscheinungszeit ist von Juni bis November.
Achten Sie auf die auffällig struppig-schuppig aufgerissene Hutoberfläche und den oft leicht erdigen oder spermatischen Geruch. Mikroskopisch unterscheidet er sich von vielen anderen Risspilzen durch seine charakteristisch langgestreckten, zylindrisch-ellipsoiden Sporen (oft über 12–15 µm lang) sowie dickwandige Metaloide (Zystiden) mit Kristallschopf.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Inocybe lacera
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
1.5 cm - 5.0 cm breit; haselnussbraun, ausblassend grau-braun, erdbraun bis dunkelbraun, selten mit leicht rötlichem Einschlag; jung glockig bis kegelig, später gewölbt bis flach aufschirmend mit deutlichem Buckel. Oberfläche stark faserig, struppig-schuppig, zum Rand hin oft fransig und radial eingerissen.
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Lamellen angewachsen bis ausgebuchtet angewachsen, jung blass cremegrau bis beige, später durch das Sporenpulver zimtbraun bis tabakbraun mit weißlich bewimperten Schneiden.
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 6.0 cm, max. Stielbreite 0.7 cm; blassbräunlich, zylindrisch, voll bis hohl, etwas biegsam; faserig-beflockt, an der Basis oft etwas dunkler braun. Keine Knolle an der Stielbasis.
Fleisch:
weißlich bis blass bräunlich, dünn, im Stiel faserig
Geruch:
spermatisch
Geschmack:
mit bis leicht scharf oder bitter
Sporen:
ockerbraun bis tabakbraun (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop gelbbraun bis ockerbraun; Größe: 11,0–16,0 x 5,0–7,0 µm (Q-Wert: ca. 1,8–2,5), länglich-ellipsoid bis subzylindrisch oder leicht kantig-unregelmäßig (subphaseoliform), glatt, mäßig dickwandig, mit kleinen Öltröpfchen; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion unauffällig.
✔Hut: Kegelig, glockig bis ausgebreitet mit breitem Buckel; oberflächlich stark faserig-struppig, aufgerissen bis schuppig; farblich nussbraun, graubraun bis dunkelbraun.
✔Lamellen: Ausgebuchtet angeheftet; jung blass beigegrau, später durch Sporenreife zimt- bis zimtbraun; Lamellenschneiden oft feingekerbt und blasser.
✔Stiel: Zylindrisch, zäh, voll; blassbraun bis rotbraun; feinfaserig überzogen, zur Basis hin oft dunkler nachdunkelnd (kein echter Ring!).
✔Fleisch, Geruch & Vorkommen: Fleisch blassbräunlich; Geruch schwach spermatisch bis erdungesund; Mykorrhizapilz auf sauren, sandigen Böden (oft an Wegrändern, in Heidelandschaften oder Nadelwäldern).
🔍 Bestimmungs-Tipps
BESTIMMUNGSTIPP: Die Kombination aus stark faserig-aufgerissener Hutoberfläche, dem bevorzugten Standort auf sandigen Böden und mikroskopisch charakteristischen, länglich-zylindrischen Sporen unterscheidet ihn von ähnlichen Risspilz-Arten.
Sammler-Berichte
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