Mushroom-Toxin

☠ Tödliche Gefahr

Ein einziger Pilz kann den Unterschied zwischen einer Mahlzeit und dem Tod bedeuten. Wer im Wald sammelt, muss diese Arten kennen - ohne Ausnahme.

Von über 6.000 Großpilzen gelten heute mehrere hundert als giftig oder giftverdächtig. Tätsächlich führt aber der Konsum eines giftig eingestuften Pilzes nicht zwangsläufig zum Tod. Einige Giftpilze wirken drogenähnlich, andere lösen Erbrechen, Magenkrämpfe oder Durchfall aus. Bei einigen Pilzen treten sogar bei einem einmaligen Genuss kaum oder keine Vergiftungserscheinungen auf. Einige Pilze gelten heute als giftig, obwohl sie früher gegessen wurden. Dennoch - es gibt eine handvoll Pilze deren Gifte sehr häufig tödlich wirken.

Die folgende Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Forschung führt hier immer wieder zu neuen Erkenntnissen. Wie bereits erwähnt gibt es zudem mittlerweile mehrere 100 Arten, die zur Zeit als giftig oder giftverdächtig gewertet werden. Diese Anzahl auf dieser Liste steigt mit zunehmenden Erkenntnissen immer weiter an. Die Pilze in folgender Auflistung sollten sie sicher erkennen und bestimmen können. Daneben gibt es auch weitere Pilze, die unter bestimmten Umständen tödlich sein können (z. B. geschwächtes Immunsystem, altersbedingt, individuelle Unverträglichkeiten etc.)



Notfallkontakte

Bei Vergiftungsverdacht sofort handeln!
Giftinformationszentralen: 0800/19240 (Deutschland)
Notarzt / Rettungsdienst: 112
Pilzreste, Fundort und ggf. Fotos bereithalten, um schnelle Hilfe zu ermöglichen

» Überblick der Pilzgifte
Grüner Knollenblätterpilz

💀 Grüner Knollenblätterpilz

Er sorgt zusammen mit seinen Verwandten für über 90% der tödlichen Vergiftungen. Finger weg von allem, was so aussieht!

Merkmale: Knolle am Stielende, weiße Lamellen, grüner Hut, hängender Ring.
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Kegelhütiger Knollenblätterpilz

💀 Kegelhütiger Knollenblätterpilz

Diese reinweißen Todesengel sind ebenso tödlich wie ihr grüner Verwandter. Oft unterschätzt, da sie "rein" aussehen. Sieht aus, wie der Weiße oder Frühlings-Knollenblätterpilz - von der Form nur oft etwas kegeliger. Aber mindestens genauso tödlich.

Merkmale: Reinweißer Hut, oft und besonders jung kegelförmig, weiße Lamellen, Knolle und Ring.
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Frühlings-Knollenblätterpilz

💀 Frühlings-Knollenblätterpilz oder Weiße Knollenblätterpilz

Diese reinweißen Todesengel sind ebenso tödlich wie ihr grüner Verwandter. Oft unterschätzt, da sie "rein" aussehen.

Merkmale: Reinweißer Hut, weiße Lamellen, Knolle und Ring.
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Pantherpilz

💀 Pantherpilz

Die tödliche Dosis beginnt bereits bei 100g Frischpilz. Er wird extrem oft mit dem Perlpilz verwechselt.

Merkmale: Hut braun mit weißen Flocken, Randschuppen an der Knolle ("Bergsteiger-Söckchen").
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Ziegelroter Risspilz

💀 Ziegelroter Risspilz

Schon 40g können potenziell tödlich sein. Das Gift Muscarin wirkt innerhalb von 30 Minuten bis 2 Stunden. Die Wirkung hängt von Körpergewicht und individueller Empfindlichkeit ab.

Merkmale: Hut gelbbraun bis ziegelrot, oft radial eingerissen.
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Kahler Krempling

💀 Kahler Krempling

Ein tückischer "Zeitbomben-Pilz". Er kann bei wiederholtem Verzehr ein tödliches Paxillus-Syndrom auslösen, eine verzögerte immunvermittelte Reaktion. Ein einmaliger Genuss kann harmlos bleiben, birgt aber immer ein Risiko.

Merkmale: Eingerollter Hutrand, Lamellen verfärben sich auf Druck braun.
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Gifthäubling

💀 Gifthäubling

Enthält Amatoxine wie der Knollenblätterpilz. Extreme Verwechslungsgefahr mit Stockschwämmchen!

Merkmale: Wächst auf Nadelholz, Stiel silbrig überfasert, mehliger Geruch.
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Orangenfuchsiger Raukopf

💀 Orangenfuchsiger Raukopf

Diese Pilze zerstören die Nieren. Die Latenzzeit ist mit bis zu 14 Tagen extrem lang.

Merkmale: Hut rotbraun bis fuchsigbraun, Lamellen zimtbraun.
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Spitzgebuckelter Raukopf

💀 Spitzgebuckelter Raukopf

Diese Pilze zerstören die Nieren. Die Latenzzeit ist mit bis zu 14 Tagen extrem lang.

Merkmale: Hut orangerot bis braun, Lamellen zimtbraun.
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Frühjahrslorchel

💀 Frühjahrslorchel

Roh hochgiftig! Selbst Kochdämpfe oder wiederholter Verzehr zubereiteter Exemplare können schwere Vergiftungen auslösen (Gift: Gyromitrin, kumulativ toxisch). In einigen Ländern wird der Pilz nach speziellen Zubereitungsverfahren als Speisepilz verwendet, jedoch bleibt ein Restrisiko bestehen.

Merkmale: Hirnartig gewundene Hutoberfläche, braun gefärbt.
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kein Bild

💀 Haselbrauner Schirmling

Ein kleiner, aber extrem giftiger Schirmling. Verwechslungsgefahr mit anderen Schirmlingsarten.

Merkmale: Kleiner Hut (bis 7cm), haselnussbraun geschuppt.
Mutterkorn

💀 Mutterkorn

Wächst an Getreide (Roggen). Kann bei längerem oder hochdosiertem Verzehr Halluzinationen und schwere Durchblutungsstörungen verursachen, z. B. Absterben von Gliedmaßen. Ein einmaliger Kontakt über Pilze aus der Natur ist selten tödlich.

Merkmale: Dunkle, kornartige Gebilde an Getreideähren.
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Schöngelber Klumpfuß

💀 Schöngelber Klumpfuß

Enthält Nierengifte. Eine Rettung ist oft nur durch eine Nierentransplantation möglich.

Merkmale: Chromgelber Stiel mit abgesetzter Knolle.

Wichtige Hinweise:

Es muss darauf hingewiesen werden, dass noch einige andere Giftpilze bei entsprechender Menge bei einigen Personen tödlich wirken können. Aus diesem Grund sollten Sie generell ausschließen können, dass ein Giftpilz in Ihrem Kochtopf landet. Die oben aufgeführten Exemplare stellen dabei eine herausragende Gefahr dar. Beachten Sie auch bitte, dass sehr viele Pilze (auch eigentlich essbare) roh sehr giftig sein und zum Tode führen können. Im Rahmen einer Pilzmahlzeit sollten Sie ggf. auch auf Alkohol verzichten, da sich Alkohol mit einigen Pilzen nicht verträgt und zu gefährlichen Vergiftungen führen kann. Wenn Sie nicht sicher sind, sollten Sie bis 3 Tage nach einer Pilzmahlzeit keinen Alkohol konsumieren. Bei den aufgeführten Giftpilzen handelt es sich um Exemplare, die in deutschen Breitengraden vorkommen. In anderen Ländern gibt es weitere, tödlich giftige Pilze. Sie haben vielleicht erkannt, dass viele der aufgeführten Pilze Lamellen besitzen. Aus diesem Grund kann man Anfängern empfehlen sich auf Schwamm-/Röhenpilze und ggf. Boviste zu konzentrieren. Tödliche Vergiftungen durch Röhrlinge oder Boviste sind extrem selten bzw. praktisch nicht dokumentiert. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr stellen zudem halluzigen wirkende Pilze, wie z. B. der Fliegenpilz dar. Sehr hohe Mengen können lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen. Aber auch auf die Psyche und Physis können diese Pilze negative und nachhaltige Wirkungen haben. Selbstversuche sind unbedingt zu unterlassen; sie sind unabsehbar und unkontrollierbar gefährlich.

Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.