Ein einziger Pilz kann den Unterschied zwischen einer Mahlzeit und dem Tod bedeuten. Wer im Wald sammelt, muss diese Arten kennen - ohne Ausnahme.
Von über 6.000 Großpilzen gelten heute mehrere hundert als giftig oder
giftverdächtig. Tätsächlich führt aber der Konsum eines giftig
eingestuften Pilzes nicht zwangsläufig zum Tod. Einige Giftpilze wirken
drogenähnlich, andere lösen Erbrechen, Magenkrämpfe oder
Durchfall aus. Bei einigen Pilzen treten sogar bei einem einmaligen Genuss
kaum oder keine Vergiftungserscheinungen auf. Einige Pilze gelten heute als giftig, obwohl sie früher gegessen wurden. Dennoch - es gibt eine handvoll Pilze deren Gifte sehr häufig
tödlich wirken.
Die folgende Liste hat keinen Anspruch auf
Vollständigkeit. Die Forschung führt hier immer wieder zu neuen Erkenntnissen.
Wie bereits erwähnt gibt es zudem mittlerweile mehrere 100 Arten, die zur
Zeit als giftig oder giftverdächtig gewertet werden. Diese Anzahl auf dieser
Liste steigt mit zunehmenden Erkenntnissen immer weiter an. Die Pilze in
folgender Auflistung sollten sie sicher erkennen und bestimmen können. Daneben
gibt es auch weitere Pilze, die unter bestimmten Umständen tödlich sein
können (z. B. geschwächtes Immunsystem, altersbedingt, individuelle Unverträglichkeiten
etc.)
Bei Vergiftungsverdacht sofort handeln!
Giftinformationszentralen: 0800/19240 (Deutschland)
Notarzt / Rettungsdienst: 112
Pilzreste, Fundort und ggf. Fotos bereithalten, um schnelle Hilfe zu ermöglichen
Er sorgt zusammen mit seinen Verwandten für über 90% der tödlichen Vergiftungen. Finger weg von allem, was so aussieht!
Diese reinweißen Todesengel sind ebenso tödlich wie ihr grüner Verwandter. Oft unterschätzt, da sie "rein" aussehen. Sieht aus, wie der Weiße oder Frühlings-Knollenblätterpilz - von der Form nur oft etwas kegeliger. Aber mindestens genauso tödlich.
Diese reinweißen Todesengel sind ebenso tödlich wie ihr grüner Verwandter. Oft unterschätzt, da sie "rein" aussehen.
Die tödliche Dosis beginnt bereits bei 100g Frischpilz. Er wird extrem oft mit dem Perlpilz verwechselt.
Schon 40g können potenziell tödlich sein. Das Gift Muscarin wirkt innerhalb von 30 Minuten bis 2 Stunden. Die Wirkung hängt von Körpergewicht und individueller Empfindlichkeit ab.
Ein tückischer "Zeitbomben-Pilz". Er kann bei wiederholtem Verzehr ein tödliches Paxillus-Syndrom auslösen, eine verzögerte immunvermittelte Reaktion. Ein einmaliger Genuss kann harmlos bleiben, birgt aber immer ein Risiko.
Enthält Amatoxine wie der Knollenblätterpilz. Extreme Verwechslungsgefahr mit Stockschwämmchen!
Diese Pilze zerstören die Nieren. Die Latenzzeit ist mit bis zu 14 Tagen extrem lang.
Diese Pilze zerstören die Nieren. Die Latenzzeit ist mit bis zu 14 Tagen extrem lang.
Roh hochgiftig! Selbst Kochdämpfe oder wiederholter Verzehr zubereiteter Exemplare können schwere Vergiftungen auslösen (Gift: Gyromitrin, kumulativ toxisch). In einigen Ländern wird der Pilz nach speziellen Zubereitungsverfahren als Speisepilz verwendet, jedoch bleibt ein Restrisiko bestehen.
Ein kleiner, aber extrem giftiger Schirmling. Verwechslungsgefahr mit anderen Schirmlingsarten.
Wächst an Getreide (Roggen). Kann bei längerem oder hochdosiertem Verzehr Halluzinationen und schwere Durchblutungsstörungen verursachen, z. B. Absterben von Gliedmaßen. Ein einmaliger Kontakt über Pilze aus der Natur ist selten tödlich.
Enthält Nierengifte. Eine Rettung ist oft nur durch eine Nierentransplantation möglich.
Es muss darauf hingewiesen
werden, dass noch einige andere Giftpilze bei entsprechender Menge bei einigen
Personen tödlich wirken können. Aus diesem Grund sollten Sie generell
ausschließen können, dass ein Giftpilz in Ihrem Kochtopf landet.
Die oben aufgeführten Exemplare stellen dabei eine herausragende Gefahr
dar. Beachten Sie auch bitte, dass sehr viele Pilze (auch eigentlich essbare)
roh sehr giftig sein und zum Tode führen können. Im Rahmen einer
Pilzmahlzeit sollten Sie ggf. auch auf Alkohol verzichten, da sich Alkohol
mit einigen Pilzen nicht verträgt und zu gefährlichen Vergiftungen
führen kann. Wenn Sie nicht sicher sind, sollten Sie bis 3 Tage nach
einer Pilzmahlzeit keinen Alkohol konsumieren. Bei den aufgeführten
Giftpilzen handelt es sich um Exemplare, die in deutschen Breitengraden
vorkommen. In anderen Ländern gibt es weitere, tödlich giftige
Pilze. Sie haben vielleicht erkannt, dass viele der aufgeführten Pilze
Lamellen besitzen. Aus diesem Grund kann man Anfängern empfehlen sich
auf Schwamm-/Röhenpilze und ggf. Boviste zu konzentrieren. Tödliche
Vergiftungen durch Röhrlinge oder Boviste sind extrem selten bzw. praktisch
nicht dokumentiert. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr stellen zudem
halluzigen wirkende Pilze, wie z. B. der Fliegenpilz dar. Sehr hohe Mengen
können lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen. Aber auch auf die
Psyche und Physis können diese Pilze negative und nachhaltige Wirkungen
haben. Selbstversuche sind unbedingt zu unterlassen; sie sind unabsehbar
und unkontrollierbar gefährlich.
Die Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.