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Stinkmorchel
(Phallus impudicus)




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Kategorie/Art:
Sonstige Pilze

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Wertigkeit:
jung essbar
Hut (ggf. Fruchtkörper):
3 cm - 6 cm breit; dunkelgrüne bis olivbraune Gleba; glockig, schleimig, die Gleba (Sporenmasse) verflüssigt sich bald und tropft vom Hut ab, der stinkende Aasgeruch lockt Fliegen an, netzartige Grundstruktur, wie eine Glocke auf dem Stiel sitzend, bis 3 cm hoch
Hutunterseite:
keine Angabe
Stiel:
max. Stielgröße 20 cm, max. Stielbreite 4 cm; weißlich bis schmutzig, cremefarbenes Hexenei, welches unterirdisch heranwächst, Basis mit zähen, weißen, wurzelartigen Myzelsträngen, zur Reifezeit erkennt man den Scheitel des Eis am Waldboden, die Hülle reißt bald auf und der weiße Stiel mit Kopfteil schiebt sich heraus, der Stiel wächste sehr schnell (bis 2 mm pro Minute) und kann sogar mit bloßem Auge z. T. beobachtet werden
Fleisch:
Hut am Anfang recht fest und dickbreiig, später dünnflüssiger, Stiel porös und brüchig
Sporenpulver / mikr. Eigenschaften:
olivgrün, elliptisch, glatt
typ. Begleitpflanze:
Dornfarn, Efeu, Holunder, Brombeere, Brennnessel
Geruch:
aasartig
Geschmack:
nussartig (Hexenei)
bevorzugter Boden:
Humus
Wachstumsgebiete / Vorkommen:
Laubwald , Nadelwald , unter Kiefern , unter Fichten , unter Tannen , unter Buchen , unter Eichen , unter Eschen , unter Ahorn
Wachstum:
Juni , Juli , August , September , Oktober

Stinkmorchel1

Userbewertung:

Anzahl bisherige Mitglieder-Votes:24x

Erscheinungsf.
Ergiebigkeit
Vorkommen
Geschmack
Verwendbarkeit

Gesamtwert:
(Punkte)


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💡 Wissenswertes & Tipps
Die Stinkmorchel ist ein Meister der Tarnung und Verführung. Sie beginnt ihr Leben als unterirdisches, hühnereigroßes Gebilde, das "Hexenei". Innerhalb weniger Stunden streckt sich daraus der markante, poröse Stiel empor. Die Spitze ist mit einer olivgrünen, schleimigen Masse (Gleba) bedeckt, die intensiv nach Aas riecht. Dieser Geruch lockt Fliegen an, die den Schleim fressen und so die Sporen verbreiten. Sobald der Schleim abgetragen ist, bleibt ein weißliches, morchelartiges Gitternetz an der Spitze zurück.
💡 Zur Namensgebung: Zwischen Mythos und Biologie
Der wissenschaftliche Name Phallus impudicus ("unzüchtiges Glied") bezieht sich auf die eindeutige Form des ausgewachsenen Pilzes. Im Volksglauben führte das plötzliche, fast magische Erscheinen der "Eier" aus dem Boden zum Namen Hexenei. Man glaubte, hier hätten Hexen ihre Finger im Spiel. Aufgrund der phallischen Form wurde der Pilz früher oft für Liebestränke (Aphrodisiaka) verwendet – eine Wirkung, die wissenschaftlich jedoch nicht belegt ist.
🍳 Zubereitungstipp: Das Innere des Hexeneis
Essbar ist ausschließlich das junge Stadium (Hexenei). Zubereitung: Das Ei wird halbiert und die gallertartige Hülle sowie die grüne Sporenschicht entfernt. Übrig bleibt der weiße Kern ("der Pilz-Embryo"). Dieser kann in Scheiben geschnitten und in Butter gebraten werden. Er schmeckt überraschend mild und besitzt eine nussige Note, die an Radieschen oder Gartenkresse erinnert.
🍬 Vitaleigenschaften & Volksheilkunde
In der traditionellen Volksheilkunde wurden Extrakte der Stinkmorchel bei Gicht und Rheumatismus eingesetzt. Moderne Studien untersuchen zudem die im Pilz enthaltenen Polysaccharide auf ihre venenstärkende Wirkung und ihren Einfluss auf die Blutgerinnung. Er gilt daher als interessanter Kandidat in der Mykotherapie zur Unterstützung der Gefäßgesundheit.

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Stinkmorchel1
Ansicht von leicht schräg oben. Hier wächst eine junge Stinkmorchel gerade aus dem Hexenei heraus und dürfte max. wenige Stunden alt sein.
Stinkmorchel2
Ansicht auf die obere Spitze einer Stinkmorchel. Hier wurde die Sporenmasse bereits vollständig abgetragen. Zurück bleibt ein warbenartiges Gebilde.
Stinkmorchel3
Blick auf das Hexenei der Stinkmorchel. Das Hexenei wächst im Boden heran; ist rundlich und in diesem Stadium noch essbar.
Stinkmorchel4
Ansicht von schräg oben. Die Sporenmasse (Gelba) ist bereits zu großen Teilen abgetropft bzw. von Fliegen abgetragen worden.
 

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Wichtiger Hinweis:
Diese Seite dient nur als Hilfe zur Pilzbestimmung. Beachten Sie bitte, dass man anhand von Bildern fast keinen Pilz sicher bestimmen kann. Diese Seite kann also lediglich als Hilfe dienen. Trotz größtmöglicher Sorgfalt waren hier Menschen am Werk, denen auch mal ein Fehler unterlaufen sein kann. Rechtsansprüche aufgrund Fehlbestimmungen, die im Zusammenhang mit dieser Seite stehen sind aus diesem Grund ausgeschlossen.

doppelgänger

Gemeine Hundsrute (ungenießbar)
Gemeine Hundsrute1
Blick von schräg oben auf eine Gemeine Hundsrute. Zu erkennen sind der relativ lange Stiel sowie der rötliche Scheitel. Wenn der Scheitel rötlich ist, wurde die Sporenmasse bereits durch Fliegen abgetragen.
Gemeine Hundsrute2
Frontalansicht. Oben, am Stielende kann man die dunkle bis olivgrüne Sporenmasse erkennen; am Scheitel wurde diese bereits abgetragen.
Gemeine Hundsrute3
Blick auf zwei Hexeneier der Hundsrute. Aus solchen Eiern wächst die Hundsrute.
Gemeine Hundsrute4
Ein Hexenei der Hundrute im Querschnitt.

Tintenfischpilz (schwach giftig)
Tintenfischpilz1
Ansicht von leicht schräg oben auf ein sehr altes Exemplar. Der Verfall hat hier leider bereits begonnen.
Tintenfischpilz2
Ansicht von oben. Der Fruchtkörper erscheint in rötlichen Farbtönen.
Tintenfischpilz3
Ansicht von oben. Der Tintenfischpilz besitzt tentakelähnliche Arme, was den Pilz ziemlich einmalig macht.
Tintenfischpilz4
Nahansicht. Auch wenn dieses Exemplar schon sehr alt ist; seine Arme sind auch bereits in einem früheren Altersstadium sehr zerbrechlich. Der Pilz ist sehr selten und auch nicht essbar - also bitte stehen lassen.


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Symbolerklärungen

Legende
=
jung essbar  
=
ungenießbar
=
essbar  
=
schwach giftig
=
bedingt essbar  
=
giftig
=
unbedeutend  
=
tödlich giftig

 

 

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