Flaschenbovist
(Lycoperdon perlatum)

Flaschenbovist1
Ein alter Flaschenbovist. Durch die obige Öffnung sind die Sporen, die im Bauch gebildet wurden, bereits ausgetreten.
Flaschenbovist2
Ansicht von schräg oben auf ein junges Exemplar. Deutlich zu erkennen sind die weißen, z. T. schwach grauen Stacheln.
Flaschenbovist3
Ansicht von schräg oben auf ein Exemplar mittleren Alters. Die Form ist birnenförmig. Der Fruchtkörper ist bis auf einige Stacheln weiß.
Flaschenbovist4
Ansicht auf einen liegenden Flaschenbovist. Zum Stiel bzw. zur Basis werden die Stacheln sichtbar kleiner und auch weniger.
Flaschenbovist5
Flaschenbovist6
Flaschenbovist7
Flaschenbovist8
Flaschenbovist9
Flaschenbovist10
Flaschenbovist11
Flaschenbovist12
Flaschenbovist13
Flaschenbovist14
Flaschenbovist15
Flaschenbovist16
Flaschenbovist17
Flaschenbovist18
Flaschenbovist19
Flaschenbovist20
Flaschenbovist21
Flaschenbovist22
Flaschenbovist23

Details / Steckbrief:

Art:
Boviste

 

 

Wertigkeit:
jung essbar

 

Vorkommen:
Laubwald, Nadelwald, Gärten, Laubholz, unter Eichen, unter Fichten, unter Kiefern, unter Buchen, unter Birken, Mischwald

in folgenden Monaten:
Juni, Juli, August, September, Oktober

 

Hut:
2 cm - 5 cm breit; Oberfläche jung weiß, später bräunlich ; birnenförmig, keulig, mit zugespitzem Kopfteil, 2-3 mm langen weißen bis blassgrauen Stacheln, die von kleinen Warzen umgeben sind. Zum Stielteil werden die Stacheln kleiner und weniger, sie sind leicht abwischbar, im Alter fallen sie ab und lassen vieleckige Netzzeichnungen zurück

 

Hutunterseite:
keine Angabe

 

 

Stiel:
max. Stielgröße 8 cm, max. Stielbreite 5 cm; der Stiel ist bei dieser Art deutlich vom kugeligen Kopfteil abgesetzt, was dem Pilz seine namensgebende, flaschen- oder birnenartige Form verleiht. Er ist im Inneren ebenso wie der Kopf jung rein weiß und fest, wird aber zur Basis hin oft etwas runzelig oder gefurcht und bleibt dort länger steril (bildet also keine Sporen).

 

Fleisch:
erst weiß, dann gilbend, alt olivbraun und stäubend

 

 

Sporenpulver:
olivbraun bis dunkelbraun; Größe: 3,5–5,0 µm im Durchmesser (rund); Ornament: stark warzig bis stachelig (mit deutlichen, kleinen Warzen und oft noch anhängenden Sterigmenresten); Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion inaktiv.

 

typ. Begleitpflanze:
Schlüsselflechte, Moose

 

 

bevorzugter Boden:
nährstoffreicher Boden

 

Wissenswertes:
Der Flaschenbovist ist in Europa weit verbreitet und passt sich flexibel seinem Lebensraum an. Er und seine Verwandten werden heute zu den Hutpilzen unter der Ordnung der Blätterpilze gezählt; auch wenn keine Lamellen ausgebildet werden. Auf dieser Seite führen wir den Pilz aber weiter unter der Rubrik Boviste. Charakteristisch sind die kleinen, abwischbaren Stacheln oder Warzen auf der Oberseite, die nach dem Abfallen ein netzartiges Muster hinterlassen. Sobald der Pilz reift, öffnet er sich an der Spitze und entlässt bei Berührung oder Regentropfen seine Sporen als Staubwolke.

💡 Sammel-Check: Die Schnittprobe
Boviste dürfen nur gesammelt werden, solange sie jung sind. Das Fleisch muss im Inneren rein weiß und fest sein (wie Marshmallows). Sobald sich das Innere gelblich oder olivbraun verfärbt, beginnt die Sporenreife und der Pilz ist ungenießbar oder sogar giftverdächtig. Zudem muss beim Aufschneiden eine durchgehende Struktur erkennbar sein – sieht man eine Anlage von Lamellen oder einen eingeschlossenen "Mini-Pilz", handelt es sich um das tödliche Ei eines Wulstlings!
🍳 Kulinarik-Tipp: Panierte Würfel
Flaschenboviste haben ein sehr mildes Aroma. Zubereitung: Die Pilze müssen nicht geschält werden, es reicht, die Stacheln leicht abzureiben. In Würfel geschnitten und in Butter scharf angebraten, nehmen sie Gewürze hervorragend auf. Besonders lecker sind sie, wenn man sie wie kleine Croutons paniert und über einen Salat gibt. Sie haben eine weiche, fast cremige Konsistenz im Inneren.

 

 

Geruch:
angenehm

 

Geschmack:
mild
  Doppelgänger:
Birnen-Stäubling, Brauner Stäubling, Stinkender Stäubling, Wiesen-Stäubling, Igelstäubling, Hasenbovist, Beutel-Stäubling, Dünnschaliger Kartoffelbovist, Dickschaliger Kartoffelbovist, Riesenbovist