Spitz-Morchel
(Morchella conica)

Spitz-Morchel1
Nahansicht. Die dunkle Hutoberfläche zeigen Längs- und Querrippen; somit erscheint die Oberfläche etwas wabenartig.
Spitz-Morchel2
Ansicht von schräg oben. Die Hüte der Spitzmorchel zeigen sich walzenförmig oder wie hier spitzekegelig. Auch der Stiel ist runzelig. Die Spitzmorchel wächst wie hier am liebsten auf Rindenmulch.

Details / Steckbrief:

Art:
Schlauchpilze

 

 

Wertigkeit:
bedingt essbar

 

Vorkommen:
Laubwald, Nadelwald, Mischwald, Parkanlagen, Gärten, Brandstellen, unter Fichten, unter Eschen, unter Kiefern

in folgenden Monaten:
März, April, Mai

 

Hut:
1 cm - 4 cm breit; graubraun, olivbraun; 3-15 cm hoch, walzenförmig bis spitzkegelig, mit mehr oder weniger parallel verlaufenden, welligen Längsrippen, die durch Querrippen verbunden sind (hierdurch erscheint die Oberfläche wabenartig), Rippen im Alter schwärzlich, innen hohl

 

Hutunterseite:
keine Hutunterseite vorhanden

 

 

Stiel:
max. Stielgröße 10 cm, max. Stielbreite 4 cm; weiß bis hellbräunlich, hohl, grubig-runzelig, kleiig, Basis meist etwas verbreitert

 

Fleisch:
weißlich, dünn, brüchig

 

 

Sporenpulver:
cremefarben bis gelblich-ocker (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop durchsichtig (hyalin); Größe: 20,0–25,0 x 12,0–15,0 µm (Q-Wert: ca. 1,5–1,8), ellipsoid, glatt, dünnwandig, oft mit zahlreichen kleinen Öltropfen an beiden Polen; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz nicht amyloid (inamyloid), KOH-Reaktion negativ.

 

typ. Begleitpflanze:
Huflattich

 

 

bevorzugter Boden:
Rinde

 

Wissenswertes:
Die Spitzmorchel ist ein hervorragender Speisepilz und gilt unter Kennern als Delikatesse. Ihr charakteristischer, hohler Fruchtkörper mit der längs- und quergerippten, wabenartigen Struktur macht sie fast unverwechselbar. Da sie in der Natur oft unbeständig erscheint, gilt sie als Seltenheit und sollte mit entsprechendem Respekt behandelt und geschont werden.

☣ Giftwarnung: Roh giftig (Hämolysine)
Die Spitzmorchel enthält im Rohzustand Hämolysine (blutauflösende Gifte). Diese Stoffe sind jedoch hitzelabil und werden beim gründlichen Erhitzen (mindestens 15-20 Minuten braten oder kochen) vollständig zerstört. Roh verzehrt führt der Pilz zu schweren Magen-Darm-Störungen.
🍂 Ökologie & Standort:
Man findet sie vor allem in lichten Nadelwäldern (oft bei Fichten), auf Brandstellen, in Eschenwäldern oder auffällig oft auf frischem Rindenmulch in Gärten und Parkanlagen ("Mulchmorchel"). Sie bevorzugt neutrale bis kalkhaltige Böden und erscheint von März bis Mai.
🔬 Bestimmungs-Tipp: Hohlraum & Rippen
Die Spitzmorchel ist im Inneren komplett hohl. Die Längsrippen auf dem Hut verlaufen meist relativ parallel und sind durch Querrippen verbunden, was ein leiterartiges Muster ergibt. Der Hutrand ist direkt mit dem Stiel verwachsen (kein freier Rand wie bei der Käppchenmorchel). Vorsicht: Nicht mit der giftigen Frühjahrs-Lorchel verwechseln (gehirnartig gewundener Hut, nicht wabig).

 

 

Geruch:
unbedeutend

 

Geschmack:
mild
  Doppelgänger:
Speise-Morchel, Frühjahrslorchel