Speise-Morchel
(Morchella esculenta)

Speise-Morchel1
Exemplarisches Bild. KI generiert.

Details / Steckbrief:

Art:
Schlauchpilze

 

 

Wertigkeit:
bedingt essbar

 

Vorkommen:
Laubwald, Gebüsch, unter Obstbäumen, unter Eschen, unter Pappeln

in folgenden Monaten:
April, Mai, Juni

 

Hut:
3 cm - 8 cm breit; hellbräunlich, hellocker, graugelb; 3-12 cm hoch, rundlich-eiförmig, oft stumpfkegelig, Oberfläche unregelmäßig wabenartig gekammert, innen hohl, rau, körnig, Hutrand mit dem Stiel verwachsen

 

Hutunterseite:
keine Hutunterseite vorhanden

 

 

Stiel:
max. Stielgröße 9 cm, max. Stielbreite 4 cm; weißlich bis blassgelb, wellig gefurcht, hohl, mit körnig-kleiiger Oberfläche, Basis oft verdickt

 

Fleisch:
weißlich, dünn, wachsartig, brüchig

 

 

Sporenpulver:
cremefarben bis blass ocker (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop durchsichtig (hyalin); Größe: 18,0–24,0 x 11,0–15,0 µm (Q-Wert: ca. 1,4–1,8), ellipsoid, glatt, dünnwandig, oft mit kleineren Öltropfen an den Polen; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz nicht amyloid (inamyloid), KOH-Reaktion negativ.

 

typ. Begleitpflanze:
Veilchen

 

 

bevorzugter Boden:
Humus

 

Wissenswertes:
Die Speisemorchel ist ein exzellenter Speisepilz, der durch sein intensives, nussiges Aroma besticht. Da sie in der Natur vergleichsweise selten vorkommt und hohe Ansprüche an den Boden stellt, steht sie unter Naturschutz. Im Handel findet man sie daher fast ausschließlich in getrockneter Form. Getrocknete Morcheln haben den Vorteil, dass ihr Aroma durch den Trocknungsprozess sogar noch an Intensität gewinnt.

☣ Giftwarnung: Roh giftig (Hämolysine)
Wie alle Morcheln enthält auch die Speisemorchel im Rohzustand Hämolysine (blutauflösende Gifte). Diese werden durch Hitze zerstört. Der Pilz muss daher mindestens 15 Minuten lang gründlich durchgegart werden. Das Kochwasser von frischen Morcheln sollte sicherheitshalber weggeschüttet werden.
🍂 Ökologie & Standort:
Sie liebt kalkhaltige, lehmige Böden und ist oft in lichten Auwäldern, unter alten Eschen, auf Streuobstwiesen oder in kalkreichen Laubwäldern zu finden. Ihre Zeit ist das Frühjahr, meist von April bis Juni. Sie erscheint oft zeitgleich mit der Blüte der Anemone oder des Löwenzahns.
⚠ Schutzstatus & Sammelbestimmung:
Die Speisemorchel ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Das gewerbsmäßige Sammeln ist verboten. Für den Eigenbedarf dürfen jedoch geringe Mengen (ca. 1-2 kg pro Person/Tag, je nach Bundesland) entnommen werden. Bitte gehen Sie behutsam vor und hinterlassen Sie den Standort unbeschädigt.
🔬 Bestimmungs-Tipp: Rundlich & Wabenartig
Im Gegensatz zur kegeligen Spitzmorchel ist der Hut der Speisemorchel eher rundlich bis eiförmig. Die Waben sind unregelmäßiger angeordnet und erinnern fast an einen Badeschwamm. Wichtig: Der Pilz ist innen komplett hohl und der Hutrand ist direkt mit dem Stiel verwachsen.

 

 

Geruch:
angenehm

 

Geschmack:
mild
  Doppelgänger:
Spitz-Morchel, Frühjahrslorchel