Tintenfischpilz
(Clathrus archeri )

Tintenfischpilz1
Ansicht von leicht schräg oben auf ein sehr altes Exemplar. Der Verfall hat hier leider bereits begonnen.
Tintenfischpilz2
Ansicht von oben. Der Fruchtkörper erscheint in rötlichen Farbtönen.
Tintenfischpilz3
Ansicht von oben. Der Tintenfischpilz besitzt tentakelähnliche Arme, was den Pilz ziemlich einmalig macht.
Tintenfischpilz4
Nahansicht. Auch wenn dieses Exemplar schon sehr alt ist; seine Arme sind auch bereits in einem früheren Altersstadium sehr zerbrechlich. Der Pilz ist sehr selten und auch nicht essbar - also bitte stehen lassen.

Details / Steckbrief:

Art:
Sonstige Pilze

 

 

Wertigkeit:
ungenießbar

 

Vorkommen:
Laubwald, Nadelwald, Mischwald, Laubholz, Wiese / grasige Plätze, Waldwiesen, auf Wegen

in folgenden Monaten:
Juli, August, September, Oktober

 

Hut:
0 cm - 0 cm breit; leuchtend rot, unregelmäßig fleckend, Fruchtschicht olivgrün; Fruchtkörperdurchmesser bis ca. 20 cm, 3-8 zerbrechliche Arme, die bis zu 10 cm lang werden können und sich wie die Tentakel eines Tintenfisches ausbreiten, Oberfläche netzig bis grubig, Hexenei 3-5 cm groß, rund bis oval, wächst unterirdisch heran, Basis mit Myzelsträngen

 

Hutunterseite:
keine Hutunterseite vorhanden, siehe Fruchtkörperbeschreibung

 

 

Stiel:
max. Stielgröße 5 cm, max. Stielbreite 4 cm; kurz, breit, weißlich, röhrenförmig, porös, schwammig

 

Fleisch:
Hexenei mit rosa gefärbten Rhizomorphen (so kann man es von einem Hexenei von z. B. der Stinkmorchel unterscheiden), Gleba des ausgewachsenen Pilzes mit eingebetteten Sporen

 

 

Sporenpulver:
olivbraun bis braun (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop blass olivlich bis hyalin; Größe: 10,0–14,0 x 4,0–5,5 µm (Q-Wert: ca. 2,2–2,8), zylindrisch bis ellipsoid, glatt, dünnwandig, oft mit Öltropfen; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion negativ.

 

typ. Begleitpflanze:
Waldmeister, Wald-Sauerklee, Brombeeren, Farne, Moose

 

 

bevorzugter Boden:
saurer Boden

 

Wissenswertes:

Der Tintenfischpilz ist im ausgewachsenen Zustand nahezu vollkommen unverwechselbar. Er entwickelt sich aus einem schmutzig-weißen, bis zu 5 cm großen "Hexenei". Bei der Reife bricht die Hülle auf und es entfalten sich 3 bis 8 leuchtend tintenfischartige, rote Arme, die zunächst an der Spitze verbunden sind und sich später sternförmig ausbreiten. Die Innenseite der Arme ist mit einer oliv-schwarzen, schleimigen und übelriechenden Sporenmasse (Gleba) bedeckt. Der Geruch erinnert stark an verwesendes Fleisch oder Aas.

🍳 Verwendung: Kein Speisepilz
Aufgrund seines extremen Aasgeruchs und der schleimigen Konsistenz ist der Pilz ungenießbar. Das "Hexenei" gilt theoretisch als essbar, wird aber aufgrund des späteren Geruchs und Geschmacks fast nie gesammelt.
🍂 Ökologie & Standort:
Er wächst als Saprobiont auf nährstoffreichen Böden, oft in der Nähe von verrottendem Holz oder Laubstreu. Man findet ihn in Laub- und Mischwäldern, auf Waldwiesen, in Parks oder sogar in Gärten auf Rindenmulch. Er bevorzugt warme, feuchte Standorte und erscheint von Juli bis Oktober.
🔬 Bestimmungs-Tipp: Optik & Geruch
Die Kombination aus den roten Tentakeln und dem Aasgeruch schließt Verwechslungen praktisch aus. Der Geruch dient dazu, Fliegen anzulocken, die die Sporenmasse fressen und so zur Verbreitung des Pilzes beitragen.

 

 

Geruch:
stinkend, aasartig

 

Geschmack:
aasartig, muffig
  Doppelgänger:
Stinkmorchel, Gemeine Hundsrute