Kurzstieliger Becherling
(Peziza micropus )

Kurzstieliger Becherling1
Ansicht von schräg oben. Der Fruchtkörper zeigt sich deutlich grubig bis faltig.
Kurzstieliger Becherling2
Ansicht auf ein liegendes Exemplar. Die Fruchtkörper sind meist gestielt (Name!).
Kurzstieliger Becherling3
Ansicht auf ein liegendes Exemplar. Der gesamte Fruchtkörper inkl. dem Stiel zeigt sich in bräunlichen Farbtönen.
Kurzstieliger Becherling4
Ansicht von schräg oben. Der Rand ist häufig gezähnelt.

Details / Steckbrief:

Art:
Schlauchpilze

 

 

Wertigkeit:
ungenießbar

 

Vorkommen:
Laubholz, Nadelholz, auf Laubholzresten

in folgenden Monaten:
April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober

 

Hut:
2 cm - 5 cm breit; ocker- bis mittelbraun; pokal-, schüssel- bis schalenförmig, glatt, gerunzelt oder auch grubig-faltig, Außenfarbe gleichfarbig oder heller beigefarben, kleiig bis schuppig, Rand häufig gezähnelt

 

Hutunterseite:
keine Hutunterseite vorhanden, siehe Fruchtkörperbeschreibung

 

 

Stiel:
max. Stielgröße 2 cm, max. Stielbreite 1.5 cm; zentral, kurz, farblich wie Fruchtkörper

 

Fleisch:
bräunlich, brüchig

 

 

Sporenpulver:
weiß bis cremefarben (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop durchsichtig (hyalin); Größe: 14,0–17,0 x 7,5–9,5 µm (Q-Wert: ca. 1,6–2,0), ellipsoid, warzig bis netzartig ornamentiert, mäßig dickwandig, typischerweise mit zwei großen Öltropfen an den Polen versehen; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid (Asci jodnegativ/blau), KOH-Reaktion negativ.

 

typ. Begleitpflanze:
Waldmeister, Wald-Sauerklee, Efeu, Moose

 

 

bevorzugter Boden:
morschiges Holz

 

Wissenswertes:

Der Kurzstielige Becherling (Peziza micropus) ist ein häufiger holzbewohnender Vertreter der Schlauchpilze. Er bildet unregelmäßig becher- bis schüsselförmige Fruchtkörper aus, die einen Durchmesser von 2 bis 5 cm erreichen können. Die Innenseite ist hell- bis mittelbraun gefärbt, während die Außenseite blasser und fein kleiig beschaffen ist. Namensgebend ist der sehr kurze, oft im Substrat verborgene und meist zentral bis leicht exzentrisch sitzende Stielansatz.

🍳 Verwendung: Ungenießbar
Dieser Becherling besitzt keinen Speisewert. Das Fleisch ist brüchig, dünn und geschmacksneutral. Vom Rohverzehr ist abzuraten, da viele braune Becherlinge im rohen Zustand Magen-Darm-Beschwerden auslösen können.
🍂 Ökologie & Standort:
Als Saprobiont wächst er auf morschem, oft stark zersetztem Laubholz (vorzugsweise Buche), seltener auf Nadelholz. Man findet ihn häufig direkt an liegenden Stämmen oder Stümpfen in feuchten Laubwäldern. Die Fruchtkörper erscheinen vom Frühjahr bis in den späten Herbst.
ⓘ Wissenswertes:
In der Mykologie werden der Kurzstielige Becherling (Peziza micropus) und der Buchen-Holzbecherling (Peziza varia) heute meist als Synonyme oder Teil eines engen Artenkomplexes betrachtet. Wichtig ist die Abgrenzung zum Buchen-Waldbecherling (Peziza arvernensis): Letzterer ist eine eigenständige Art, die jedoch auf dem Erdboden zwischen Laub wächst, während P. micropus/varia ein reiner Holzbewohner ist. Der Wuchsort (Substrat) ist hier das entscheidende Feldmerkmal zur Unterscheidung.

 

 

Geruch:
würzig

 

Geschmack:
mild
  Doppelgänger:
Buchenwald-Becherling, Ledergelber Öhrling, Tiegelförmiger Napfbecherling