Austern-Seitling
(Pleurotus ostreatus)

Austern-Seitling1
Ansicht von schräg oben. Diese Seitlingart besitzt einen Stiel, der allerdings meist sehr kurz ausfällt.
Austern-Seitling2
Blick auf die Hutunterseite. Erkennbar sind der eingebogene Hutrand sowie die am Stiel herablaufenden Lamellen.
Austern-Seitling3
Blick von oben auf die Hutunterseite eines älteren Exemplars. Hier ist der Hutrand nur noch eingebogen. Die Lamellen sind unterschiedlich lang. Wie man sieht, kann der Stiel relativ dick sein.
Austern-Seitling4
Blick von oben auf die Hutoberfläche. Diese ist deutlich dunkler als die des sehr verwandten Lungenseitlings.

Details / Steckbrief:

Art:
Lamellenpilze

 

 

Wertigkeit:
essbar

 

Vorkommen:
Laubholz, an / auf Baumstümpfen

in folgenden Monaten:
Januar, Februar, März, Oktober, November, Dezember

 

Hut:
5 cm - 15 cm breit; verschiedenfarbig (graulila, graubraun, graublau, schiefergrau bis schwarzviolett); spatel- bis muschelförmig, Oberfläche glatt, kahl, glänzend, feucht klebrig, Rand anfangs eingerollt, später eingebogen

 

Hutunterseite:
Lamellen am Stiel herablaufend, unterschiedlich lang, in Stielnähe queradrig verbunden, gedrängt, jung weißlich, später gelblich, Schneiden wellig bis schwach gekerbt

 

 

Stiel:
max. Stielgröße 4 cm, max. Stielbreite 3 cm; sehr kurz und dick, exzentrisch oder fast seitlich am Hut sitzend, oft nur schwach ausgebildet oder sogar fehlend, Basis filzig und meist büschelig verwachsen

 

Fleisch:
jung weich und weiß, später zäh, fasrig

 

 

Sporenpulver:
weißlich bis blass graurosa; Größe: 8,0–11,0 x 3,0–4,0 µm (Q-Wert: ca. 2,5–3,2), zylindrisch bis schmal ellipsoid; Ornament: glatt, dünnwandig, durchsichtig; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion inaktiv.

 

typ. Begleitpflanze:
Moose, Efeu

 

 

bevorzugter Boden:
Holz

 

Wissenswertes:
Der Austern-Seitling ist ein kräftiger Holzzersetzer, der vor allem in den Wintermonaten an kranken oder abgestorbenen Laubhölzern (bevorzugt Rotbuche) zu finden ist. Er wächst meist in dichten, dachziegelartig übereinanderliegenden Gruppen. Seine Hutfarbe variiert je nach Temperatur und Lichtangebot von schiefergrau über anthrazit bis hin zu olivbraun. Da er Frost benötigt, um das Wachstum der Fruchtkörper anzuregen, ist er ein klassischer Wintersportler unter den Pilzen. Er ist zudem ein Fleischfresser (nematophag): Sein Myzel kann Fadenwürmer lähmen und verdauen, um an zusätzlichen Stickstoff zu gelangen.

💡 Bestimmungs-Tipp: Stiel und Lamellen
Die Lamellen des Austern-Seitlings sind weißlich bis cremefarben und laufen deutlich am Stiel herab, wobei sie oft eine netzartige Struktur am Stielansatz bilden. Der Stiel selbst ist meist kurz, fest und sitzt seitlich am Hut an. Ein wichtiges Merkmal ist der angenehm pilzige, im Alter manchmal leicht süßliche Geruch.
🍳 Kulinarik-Tipp: Vielseitig und Madenfrei
In der Küche wird er für sein festes, fast fleischartiges Gefühl geschätzt. Da er kaum von Maden befallen wird, ist er sehr ergiebig. Zubereitung: Ob gebraten, paniert wie ein Schnitzel oder in Saucen – er behält stets seine Struktur. Der Stiel kann bei älteren Exemplaren etwas zäh sein und sollte dann kleingeschnitten oder für Fonds verwendet werden. Er ist zudem reich an Vitaminen (B-Komplex, C, D) und Mineralstoffen.
⚠ Wichtige Abgrenzung zum Ohrförmigen Seitling
Achten Sie strikt auf das Substrat: Der Austern-Seitling wächst an Laubholz und ist dickfleischig mit graubraunen Farbtönen. Der giftverdächtige Ohrförmige Seitling hingegen ist rein weiß, dünnfleischig und wächst an Nadelholz.

 

 

Geruch:
würzig

 

Geschmack:
mild
  Doppelgänger:
Lungenseitling, Laubholz-Knäueling, Überzuckerter Tintling, Berindeter Seitling, Ohrförmiger Seitling, Gelbstieliger Muschelseitling, Limonenseitling, Ulmen-Rasling