Frühjahrslorchel
(Gyromitra esculenta )

Frühjahrslorchel1
Bild exemplarisch. KI generiert.

Details / Steckbrief:

Art:
Schlauchpilze

 

 

Wertigkeit:
tödlich giftig

 

Vorkommen:
Nadelwald, Nadelholz, an / auf Baumstümpfen, unter Kiefern, auf Wegen

in folgenden Monaten:
März, April, Mai

 

Hut:
2 cm - 15 cm breit; gelbbraun, rotbraun oder schwarzbraun; Z. T. bis zu 15 cm hoch (normal bis 10 cm), rundlich, die Oberfläche ist auffällig, hinartig gewunden

 

Hutunterseite:
keine direkte Hutunterseite vorhanden, siehe Fruchtkörperbeschreibung

 

 

Stiel:
max. Stielgröße 7 cm, max. Stielbreite 4 cm; meist relativ kurz, grubig bis stark gefurcht, gekammert, hohl, feinkleiig, grauweißlich bis gelblich, mit dem Hut unregelmäßig verwachsen

 

Fleisch:
wachsartig, brüchig, weißlich

 

 

Sporenpulver:
weiß bis blass cremefarben (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop durchsichtig (hyalin); Größe: 18,0–22,0 x 9,0–11,0 µm (Q-Wert: ca. 1,8–2,2), ellipsoid, glatt (ohne Ornamente), dickwandig, typischerweise mit zwei großen charakteristischen Öltropfen an den Polen sowie oft mehreren kleineren Öltropfen im Zytoplasma; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid (Asci inamyloid), KOH-Reaktion negativ.

 

typ. Begleitpflanze:
Scharbockskraut, Pestwurz, Moose

 

 

bevorzugter Boden:
sandiger Boden

 

Wissenswertes:

Die Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta) fällt durch ihren markanten, gehirnartig gewundenen Hut auf, der rotbraun bis dunkelbraun gefärbt ist. Im Gegensatz zur Speisemorchel ist der Hut nicht wabig-gekammerst, sondern unregelmäßig faltig-hirnartig. Der Stiel ist weißlich bis hellgrau, unregelmäßig grubig und im Inneren meist mehrkammerig hohl.

☠ TÖDLICH GIFTIG!
Die Frühjahrslorchel enthält das Zellgift Gyromitrin. Dieses zersetzt sich im Körper zu Methylhydrazin (einem Raketentreibstoff-Bestandteil), das Leber, Nieren und das zentrale Nervensystem schwer schädigt. Auch Kochdämpfe können bereits zu Vergiftungen führen!
🍂 Ökologie & Erscheinen:
Ein klassischer Frühpilz, der von März bis Mai erscheint. Er bevorzugt sandige, saure Böden in Kiefernwäldern, oft an Kahlschlägen, Wegrändern oder Brandstellen.
🔬 Bestimmungs-Tipp: Hirn vs. Wabe
Wichtigste Unterscheidung zur Speisemorchel: Lorcheln haben eine hirnartig gewundene Struktur (wie ein Gehirn), Morcheln haben eine längs- und quergerippte Struktur (wie Bienenwaben). Im Querschnitt ist die Lorchel mehrkammerig-fleischig, die Morchel einreihig-hohl.

 

 

Geruch:
angenehm

 

Geschmack:
angenehm
  Doppelgänger:
Speise-Morchel, Spitz-Morchel