Würzelchen-Trichterling
(Rhizocybe pruinosa)

Würzelchen-Trichterling1
Bild exemplarisch, KI generiert. Wichtiges Erkennungsmerkmal bei diesem Trichterling ist die tief in den Boden reichende Wurzel.

Details / Steckbrief:

Art:
Lamellenpilze

 

 

Wertigkeit:
ungenießbar

 

Vorkommen:
Nadelwald, Mischwald, unter Lärchen

in folgenden Monaten:
Februar, März, April, Mai, Oktober, November, Dezember, Juni

 

Hut:
2 cm - 6 cm breit; hellbraun; anfangs gewölbt, schhon bald niedergedrückt, alt trichterig, Oberfläche matt, feucht fettig anfühlend, trocken teilweise auch konzentrisch rissig, grau bereift, im Alter ausblassend, Rand schwarf und mehr oder weniger wellig

 

Hutunterseite:
Lalmmelen gerade angewachsen oder auch am Stiel etwas herablaufend, etwas gedrängt und untermischt, weißlich bis blass gelbbräunlich, Schneiden glatt

 

 

Stiel:
max. Stielgröße 5 cm, max. Stielbreite 0.5 cm; meist gebogen und elastisch, alt hohl, weißlich bis blass gelbbräunlich, Basis filzig, mit dünnen Myzelsträngen

 

Fleisch:
blass gelbbräunlich, dünn

 

 

Sporenpulver:
weiß (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop hyalin; Größe: 4,0–5,5 x 2,0–3,5 µm (Q-Wert: ca. 1,4–1,8), ellipsoid bis subzylindrisch, glatt, dünnwandig, mit kleinen Öltröpfchen; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid, KOH-Reaktion unauffällig.

 

typ. Begleitpflanze:
Rotstängelmoos

 

 

bevorzugter Boden:
Moos, Kalkboden

 

Wissenswertes:

Der Würzelchen-Trichterling (Clitocybe radicellata) ist ein eher kleiner Trichterling mit einem 2–6 cm breiten Hut. Die Farbe variiert von ockerbraun bis horn-grau, wobei der Hut bei Feuchtigkeit dunkler wirkt (hygrophan). Das namensgebende Merkmal sind die langen, weißlichen Myzelstränge (Rhizomorphen), die wie kleine Wurzeln an der Stielbasis hängen und beim Herausnehmen meist mit Erde oder Nadelstreu verklebt sind.

🍄 Kulinarik: Ungenießbar
Der Pilz besitzt keinen Speisewert. Zudem besteht bei kleinen, bräunlichen Trichterlingen eine erhebliche Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Arten der Gattung.
⚠ Status & Seltenheit:
In Deutschland gilt der Würzelchen-Trichterling als selten und wird in der Rote Liste (RL 3 - Gefährdet) geführt. Er ist ein spezialisierter Bewohner naturnaher Standorte.
🍂 Ökologie & Erscheinen:
Er wächst vorrangig in der Nadelstreu von Fichten- und Kiefernwäldern auf kalkhaltigen Böden, kommt aber auch auf mageren Wiesen vor. Ungewöhnlich ist seine Erscheinungszeit: Er ist ein Frühjahrspilz, der bereits von Februar bis Juni (selten im späten Herbst) fruktifiziert.
🔬 Bestimmungs-Tipp: Wurzeln & Geruch
Achten Sie auf die weißen Myzelstränge an der Basis und den Geruch: Er riecht meist deutlich angenehm blumig oder parfümiert (ähnlich wie Hyazinthen), was ihn von vielen anderen graubraunen Trichterlingen unterscheidet.

 

 

Geruch:
leicht apfelartig oder grasartig

 

Geschmack:
mild bis etwas bitter
  Doppelgänger:
Rinnigbereifter Trichterling, Fleischfalber Trichterling, Kleinsporiger Mehl-Trichterling, März-Schneckling