Kurzstieliger Weichritterling
(Melanoleuca brevipes)

Kurzstieliger Weichritterling1
Bild exemplarisch, KI generiert. Der Stiel wirkt zum Hut sehr kurz bis gedrängt.

Details / Steckbrief:

Art:
Lamellenpilze

 

 

Wertigkeit:
essbar

 

Vorkommen:
Parkanlagen, Wiese / grasige Plätze, Waldwiesen, Weiden, Gärten, Obstwiesen, Kompost

in folgenden Monaten:
Mai, Juni, September, Oktober, November, April

 

Hut:
3 cm - 10 cm breit; graubraun, porphyrbraun; gewölbt bis flach, mehr oder weniger gebuckelt bis niedergedrückt, Oberfläche leicht hygrophan, kahl, eingewachsen faserig, Rand lange nach unten gebogen

 

Hutunterseite:
Lamellen ausgebuchtet bis leicht herablaufend am Stiel angewachsen, jung weißlich, alt grau, sehr gedrängt stehend

 

 

Stiel:
max. Stielgröße 4 cm, max. Stielbreite 2 cm; etwas keulig, graubraun, kurz

 

Fleisch:
weißlich, im Stiel bräunlich, weich

 

 

Sporenpulver:
weiß (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop hyalin; Größe: 7,0–9,0 x 4,5–6,0 µm (Q-Wert: ca. 1,3–1,6), ellipsoid, warzig bis stachelig (Ornamentierung deutlich cyanophil und amyloid), dünnwandig, mit einem oder mehreren kleinen Öltröpfchen; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz amyloid, KOH-Reaktion unauffällig.

 

typ. Begleitpflanze:
Gelbes Windröschen

 

 

bevorzugter Boden:
Gras/Wiese, stickstoffreicher Boden

 

Wissenswertes:

Der Kurzstielige Weichritterling (Melanoleuca brevipes) ist ein robuster Erdbewohner, der häufig in Gärten, Parkanlagen, auf Kompostplätzen oder an Waldrändern zu finden ist. Sein Hut ist meist graubraun bis umbrabraun gefärbt und kann eine beachtliche Breite von 3–10 cm erreichen, während der Stiel auffällig kurz, dick und oft zur Basis hin knollig verdickt ist. Das Fleisch ist im Hut weißlich und im Stiel meist etwas dunkler bräunlich gefärbt. Da er stickstoffreiche Böden liebt, tritt er oft an Standorten auf, die vom Menschen beeinflusst sind.

🍄 Kulinarik: Essbar (Durchschnittlich)
Obwohl er als essbar gilt, wird sein kulinarischer Wert sehr unterschiedlich beurteilt. In einer Mischpilzpfanne kann er als Füllpilz verwendet werden, ist aber kein Delikatesspilz.

Kulinarik-Hinweis: Das Fleisch ist zwar fest und ergiebig, der Eigengeschmack wird jedoch oft als eher fade oder leicht muffig beschrieben. Nur junge Exemplare verwenden, da das Stielfleisch schnell zäh wird.
⚠ Status & Seltenheit:
In Deutschland weit verbreitet und häufig. Er gilt aktuell als ungefährdet.
🍂 Ökologie & Erscheinen:
Ein Saprobiont auf stickstoffreichen Böden (nitrophil). Vorkommen in Gärten, Parks, auf Ödland oder Rindenmulch. Erscheinungszeit: April bis Juni sowie September bis November.
🔬 Bestimmungs-Tipp: Proportionen prüfen
Das markanteste Merkmal ist das Verhältnis von Stiel zu Hut: Der Stiel wirkt oft fast "gestaucht" und ist häufig kürzer als der Hutdurchmesser breit ist. Im Gegensatz zu echten Ritterlingen haben Weichritterlinge keine Burggraben-Lamellen, sondern die Lamellen sind meist gerade am Stiel angewachsen oder laufen minimal daran herab.

 

 

Geruch:
schwach pilzartig

 

Geschmack:
angenehm, mild, teilweise bitter
  Doppelgänger:
Rillstieliger Weichritterling, Frühlings-Weichritterling