Chinesischer Raupenpilz
(Cordyceps sinensis)

Chinesischer Raupenpilz1
Bild exemplarisch, KI generiert. Der Pilz wächst aus Insekten und kommt in Deutschland nicht vor.

Details / Steckbrief:

Art:
Schlauchpilze

 

 

Wertigkeit:
bedingt essbar

 

Vorkommen:
Bergwälder, Wiese / grasige Plätze, Waldwiesen, Weiden, Gebüsch, Sandböden

in folgenden Monaten:
April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober

 

Hut:
0 cm - 0 cm breit; braun bis dunkelbraun; kein klassischer Hut, wächst keulenförmig oder zylindrisch aus Larven

 

Hutunterseite:
keine Hutunterseite vorhanden

 

 

Stiel:
max. Stielgröße 10 cm, max. Stielbreite 0.5 cm; erlängerte, schlanke Keule aus Pilz ? Larve, oberirdisch sichtbar

 

Fleisch:
stromatisches Gewebe aus Myzel & Wirtskörper

 

 

Sporenpulver:
weiß bis blass gelblich (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop hyalin; Größe: 70,0–110,0 x 1,0–2,0 µm (Q-Wert: ca. 35,0–70,0), sehr lang filiform (fadenförmig) bis zylindrisch, oft in viele kleine Teilsporen (Sekundärsporen) zerfallend, glatt, inamyloid, dünnwandig, mehrfach septiert; Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz inamyloid (jodnegativ), KOH-Reaktion unauffällig.

 

typ. Begleitpflanze:
wächst parasitär aus Larven

 

 

bevorzugter Boden:
totes Insekt

 

Wissenswertes:
Der Chinesische Raupenpilz ist ein hochspezialisierter Parasit, der ausschließlich in den alpinen Graslandschaften des Himalaya-Hochplateaus in Höhen zwischen 3.000 und 5.000 Metern vorkommt. Der Pilz befällt die Larven der Geistermotten-Gattung Thitarodes. Die Mumie der Raupe dient dem Pilz als Nährstoffquelle, aus deren Kopf ein 4 bis 10 cm langer, dunkelbrauner, keulenförmiger Fruchtkörper entsprießt. Aufgrund übermäßiger Ernte und seiner Seltenheit gilt er heute als das teuerste Pilzprodukt der Welt ("Himalaya-Gold").

🍳 Verwendung & Vitalpilz:
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird er als Vitalpilz zur Stärkung der Lebensenergie (Qi), zur Leistungssteigerung und zur Unterstützung des Immunsystems geschätzt. Er wird meist als Pulver, Extrakt oder in Suppen mitgekocht konsumiert.
🍲 Status der Essbarkeit:
Er ist kein klassischer Speisepilz für die Pfanne, sondern ein reiner Heilpilz. Da er verarbeitet konsumiert wird, gilt er als bedingt essbar (ungiftig), wobei heute meist Zuchtprodukte aus Myzel-Kulturen (CS-4) im Handel sind.
🔬 Bestimmungs-Tipp: Die Raupen-Basis
Das sicherste Merkmal ist die Basis: Der dunkelbraune Pilz ist immer fest mit dem Körper einer mumifizierten Insektenlarve verbunden. Ohne diese Raupe handelt es sich um eine andere Kernkeulen-Art.

 

 

Geruch:
leicht erdig

 

Geschmack:
mild bis leicht bitter
  Doppelgänger:
Puppen-Kernkeule