Die Ziegenlippe ist ein häufiger Röhrling, der vor allem durch seine samtige, oliv- bis gelbbraune Hutoberfläche auffällt. Sie wächst sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern und ist ein treuer Begleiter über den gesamten Sommer und Herbst. Ein wichtiges Merkmal sind die relativ großen, leuchtend gelben Poren, die im Alter einen deutlichen Grünstich bekommen. Im Gegensatz zum Rotfußröhrling zeigt die Ziegenlippe beim Aufreißen der Huthaut meist kein rötliches Fleisch, sondern bleibt darunter eher weißlich bis hellgelb. Das Bläuen auf Druck ist bei dieser Art sehr variabel und oft nur schwach ausgeprägt oder gänzlich fehlend.
💡 Bestimmungs-Tipp: Das "Gelb" entscheidet
Um die Ziegenlippe sicher zu bestimmen, sollte man auf das Basismyzel (die feinen Fäden ganz unten am Stiel) achten: Dieses ist bei der Ziegenlippe meist auffällig weißlich bis hellgelb. Die Poren sind im Vergleich zum Steinpilz deutlich gröber und behalten ihr leuchtendes Gelb viel länger. Ein Schnitt durch den Pilz zeigt helles Fleisch, das höchstens im Stielbereich eine leichte Bräunung aufweist.
📋 Gesetzliche Sammelbestimmung (Artenschutz)
Wie fast alle heimischen Röhrlinge steht auch die Ziegenlippe unter dem allgemeinen Artenschutz. Die Entnahme ist nur in geringen Mengen für den Eigenbedarf erlaubt (ca. 1 bis 2 Kilogramm pro Person und Tag).
🍳 Kulinarik-Hinweis: Der bessere "Füllpilz"
In der Pilzküche wird die Ziegenlippe häufig dem Rotfußröhrling vorgezogen. Geschmack: Sie ist mild und hat eine leicht nussige Note. Konsistenz: Da sie etwas weniger wasserhaltig ist als der Rotfußröhrling, bleibt sie beim Braten einen Tick fester, tendiert im Alter aber dennoch zum Weichwerden. Sie eignet sich hervorragend für Mischpilzgerichte, spielt aber geschmacklich nicht in der ersten Liga mit. Auch hier gilt: Nur junge, feste Exemplare sammeln!
Sammler-Berichte
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