Der Grüne Knollenblätterpilz ist die Ursache für fast alle tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen in Mitteleuropa. Er wächst bevorzugt in Laubwäldern bei Eichen und Buchen, kann aber auch in Parks oder Gärten vorkommen. Sein Hut ist oliv- bis gelbgrün, oft mit feinen, dunkleren Radialfasern. Die Lamellen, der Ring und das Fleisch sind rein weiß. Charakteristisch ist der süßliche, fast künstlich wirkende Geruch nach Kunsthonig oder überreifen Rosen bei älteren Exemplaren. Das tückische: Er schmeckt laut Berichten von Überlebenden keineswegs unangenehm, was jede Geschmacksprobe lebensgefährlich macht.
☢ LEBENSGEFAHR: Amanitin-Vergiftung
Der Pilz enthält Amatoxine, die das Zellwachstum blockieren und primär die Leber zerstören. Die tödliche Dosis liegt bei nur ca. 50g Frischpilz.
Der tückische Verlauf:
1. Latenzphase: 6 bis 24 (sogar 48) Stunden lang treten keine Symptome auf.
2. Magen-Darm-Phase: Heftiges Erbrechen und wässrige Durchfälle.
3. Scheinbare Besserung: Nach ca. 2-3 Tagen fühlt sich der Patient besser, während die Leber bereits unwiederbringlich zerfällt.
4. Leberversagen: Ohne Lebertransplantation tritt nach 5 bis 10 Tagen der Tod ein.
💡 Bestimmungs-Tipp: Basis und Manschette
Untersuchen Sie jeden hellen Pilz penibel: Der Knollenblätterpilz hat an der Stielbasis eine ausgeprägte, häutige Scheide (Volva), die oft tief im Boden steckt. Der Stiel ist häufig fein "natterig" gezont und trägt eine häutige, weiße Manschette (Ring). Die Lamellen berühren den Stiel nicht (frei) und bleiben bis zum Schluss rein weiß.
🍳 Kulinarik-Warnung: Absolut tödlich!
Es gibt kein Gegenmittel, das die Giftwirkung im Nachhinein vollständig neutralisieren kann. Hitze, Trocknen oder Einlegen zerstören das Gift nicht. Bei geringstem Verdacht auf Verzehr muss sofort ein Krankenhaus oder eine Giftnotrufzentrale kontaktiert werden!
Sammler-Berichte
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