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Stinkmorchel

(Phallus impudicus)

📖 Sonstige Pilze
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Speisewert: jung essbarjung essbar
Wachstumszeit / Monate:
Ja
Fe
Ap
Ma
Ju
Ju
Au
Se
Ok
No
De
✨ Wissenswertes
Die Stinkmorchel ist ein Meister der Tarnung und Verführung. Sie beginnt ihr Leben als unterirdisches, hühnereigroßes Gebilde, das "Hexenei". Innerhalb weniger Stunden streckt sich daraus der markante, poröse Stiel empor. Die Spitze ist mit einer olivgrünen, schleimigen Masse (Gleba) bedeckt, die intensiv nach Aas riecht. Dieser Geruch lockt Fliegen an, die den Schleim fressen und so die Sporen verbreiten. Sobald der Schleim abgetragen ist, bleibt ein weißliches, morchelartiges Gitternetz an der Spitze zurück.
💡 Zur Namensgebung: Zwischen Mythos und Biologie
Der wissenschaftliche Name Phallus impudicus ("unzüchtiges Glied") bezieht sich auf die eindeutige Form des ausgewachsenen Pilzes. Im Volksglauben führte das plötzliche, fast magische Erscheinen der "Eier" aus dem Boden zum Namen Hexenei. Man glaubte, hier hätten Hexen ihre Finger im Spiel. Aufgrund der phallischen Form wurde der Pilz früher oft für Liebestränke (Aphrodisiaka) verwendet – eine Wirkung, die wissenschaftlich jedoch nicht belegt ist.
🍳 Zubereitungstipp: Das Innere des Hexeneis
Essbar ist ausschließlich das junge Stadium (Hexenei). Zubereitung: Das Ei wird halbiert und die gallertartige Hülle sowie die grüne Sporenschicht entfernt. Übrig bleibt der weiße Kern ("der Pilz-Embryo"). Dieser kann in Scheiben geschnitten und in Butter gebraten werden. Er schmeckt überraschend mild und besitzt eine nussige Note, die an Radieschen oder Gartenkresse erinnert.
🍬 Vitaleigenschaften & Volksheilkunde
In der traditionellen Volksheilkunde wurden Extrakte der Stinkmorchel bei Gicht und Rheumatismus eingesetzt. Moderne Studien untersuchen zudem die im Pilz enthaltenen Polysaccharide auf ihre venenstärkende Wirkung und ihren Einfluss auf die Blutgerinnung. Er gilt daher als interessanter Kandidat in der Mykotherapie zur Unterstützung der Gefäßgesundheit.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Phallus impudicus
Weitere Bezeichnungen:
Gemeine Stinkmorchel, Gewöhnliche Stinkmorchel
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
3.0 cm - 6.0 cm breit; dunkelgrüne bis olivbraune Gleba; glockig, schleimig, die Gleba (Sporenmasse) verflüssigt sich bald und tropft vom Hut ab, der stinkende Aasgeruch lockt Fliegen an, netzartige Grundstruktur, wie eine Glocke auf dem Stiel sitzend, bis 3 cm hoch
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
keine Angabe
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 20.0 cm, max. Stielbreite 4.0 cm; weißlich bis schmutzig, cremefarbenes Hexenei, welches unterirdisch heranwächst, Basis mit zähen, weißen, wurzelartigen Myzelsträngen, zur Reifezeit erkennt man den Scheitel des Eis am Waldboden, die Hülle reißt bald auf und der weiße Stiel mit Kopfteil schiebt sich heraus, der Stiel wächste sehr schnell (bis 2 mm pro Minute) und kann sogar mit bloßem Auge z. T. beobachtet werden
Fleisch:
Hut am Anfang recht fest und dickbreiig, später dünnflüssiger, Stiel porös und brüchig
Geruch:
aasartig
Geschmack:
nussartig (Hexenei)
Sporen:
olivgrün, elliptisch, glatt
Boden:
Humus
Begleitpflanze:
Dornfarn, Efeu, Holunder, Brombeere, Brennnessel
Vorkommen / Fundorte:
Laubwald Nadelwald unter Kiefern unter Fichten unter Tannen unter Buchen unter Eichen unter Eschen unter Ahorn
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
  • Hut: 3-5 cm hoch; glockenförmig; bedeckt mit einer oliv-schwarzen, klebrigen Sporenmasse (Gleba), die extrem nach Aas riecht; darunter ein weißes, grubiges Wabenmuster.
  • Stiel: 10-20 cm lang; weiß, schwammig-porös, hohl und sehr zerbrechlich.
  • Jungstadium: Als Hexenei im Boden verborgen; kugelig-weiß, etwa hühnereigroß, mit einer gallertartigen Innenschicht.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
FORM & GERUCH: Der ausgewachsene Pilz ist durch seine phallische Form und den **penetranten Aasgeruch**, der Fliegen zur Sporenverbreitung anlockt, unverkennbar. Das Hexenei erkennt man beim Aufschneiden an der inneren **Gallertschicht** und dem bereits erkennbaren grünen Kern.
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Zubereitungstipp:
Nur das **Hexenei** verwenden! Die äußere Hülle und die Gallertschicht entfernen. Der weiße, kernige Innenteil schmeckt in Scheiben geschnitten und scharf angebraten nussig (ähnlich wie Bratkartoffeln oder Rettich).
EXTERNER MEDIENINHALT
Bestimmungs-Video: Stinkmorchel & Hexenei bestimmen (YouTube)
Hinweis: Dieses Video stammt von einem Drittanbieter auf YouTube und ist kein Angebot von Mushroom-Toxin.de.
Doppelgänger:
VORSICHT: Doppelgänger & Verwechslungen
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Hinweis: Vitalpilze bzw. Heilpilze haben in Deutschland keine Zulassung als Arzneimittel und gelten rechtlich nicht als medizinische Produkte. Mushroom-Toxin.de empfiehlt vor der Einnahme ärztliche Rücksprache zu halten.
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Speisewert:

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