Der Rillstielige Weichritterling ist ein kräftiger Pilz mit einem flachen bis breit gebuckelten Hut. Die Farbe reicht von Graubraun bis Rußbraun, wobei die Oberfläche bei Nässe leicht schmierig werden kann. Das entscheidende Merkmal ist der Stiel: Er ist über die gesamte Länge deutlich dunkel längsgerillt oder gefurcht. Obwohl er oft als langstielig beschrieben wird, ist er in der Statur variabel und kann besonders an exponierten Stellen auch gedrungener wachsen. Die Lamellen stehen sehr eng und zeigen den für die Gattung typischen "Burggraben-Ansatz". Er ist ein früher Zersetzer, der oft schon im Mai auf nährstoffreichen, grasigen Flächen erscheint.
🍳 Vorbereitung & Verwendung: Essbar (bedingt empfehlenswert) Der Rillstielige Weichritterling gilt als essbar, ist jedoch geschmacklich eher unauffällig. Da die Gattung schwer zu bestimmen ist und einige Arten Unverträglichkeiten auslösen können, ist er nur für Kenner geeignet. Die zähen Stiele sollten vor der Zubereitung entfernt werden.
🍂 Ökologie & Standort: Er wächst als Saprobiont auf nährstoffreichen Böden an grasigen Waldrändern, in Parks oder Gärten. Er ist nicht an spezifische Baumarten gebunden und kommt sowohl bei Laub- als auch Nadelbäumen vor. Hauptfruktifikationszeit ist Mai bis Dezember.
🔬 Bestimmungs-Tipp: Rillung & Basis Achten Sie auf die markante Längsrillung des Stiels, die auch bei kürzeren Exemplaren vorhanden ist. Ein wichtiges Merkmal ist die oft keulig verdickte Stielbasis. Das Fleisch im unteren Stielteil ist meist deutlich dunkler braun gefärbt als im restlichen Pilz.
📜 Steckbrief
Wiss. Begriff:
Melanoleuca grammopus
Hutbeschreibung (ggf. Fruchtkörperbeschreibung):
5.0 cm - 15.0 cm breit; bräunlich, rotbraun oder graubraun; jung glockenförmig kegelig, dann flach ausgebreitet oder niedergedrückt, kahl, gebuckelt, Buckel und Hutmitte oft schwarz, Rand lange nach unten gebogen, alt weißlich ausblassend
Fruchtschicht (Lamellen/Poren):
Lamellen angewachsen bis leicht herablaufend, gedrängt, cremeweiß, blass ockerbraun bis braun
Stiel Beschreibung:
max. Stielgröße 12.0 cm, max. Stielbreite 2.5 cm; voll, elastisch, fest, graubraun, grobfaserig, etwas rillig, an der Basis leicht knollig verdickt
Fleisch:
weißlich, cremeweiß bis schmutzig weißlich, weich
Geruch:
mehlartig
Geschmack:
mild
Sporen:
weiß (Massensporenfarbe), unter dem Mikroskop durchsichtig (hyalin); Größe: 7,0–9,5 x 4,5–5,5 µm (Q-Wert: ca. 1,4–1,8), ellipsoid bis länglich-ellipsoid, ornamentiert mit feinen, amyloiden Warzen, die oft durch dünne Linien verbunden sind (warzig-netzig); Keimporus: kein Keimporus vorhanden; Chemische Reaktionen: in Melzers Reagenz amyloid (Warte deutlich anfärbend), KOH-Reaktion negativ.
✘Hut: 5–12 cm breit; flach gewölbt bis ausgebreitet, oft mit einem flachen Buckel; graubraun, nussbraun bis dunkelbraun; Oberfläche glatt und kahl.
✘Lamellen: Weißlich bis hellgrau; sehr gedrängt stehend; mit einer kleinen Bucht am Stiel angeheftet (Ritterlingsbucht).
✘Stiel: Auffallend kräftig; farblich wie der Hut oder etwas heller; charakteristisch stark längsgefurcht bzw. rillig strukturiert; Basis oft etwas verdickt.
🔍 Wichtigste Bestimmungsmerkmale
DER GERILLTE STIEL:
Der Rillstielige Weichritterling gehört zu den größeren Vertretern seiner Gattung. Sein Hauptmerkmal ist der ausgeprägt längsfaserige, gerillte Stiel. Er riecht oft leicht mehlartig oder süßlich-grasartig. Man findet ihn häufig außerhalb geschlossener Wälder auf Wiesen, in Parkanlagen, an Wegrändern oder auf Lichtungen.
Sammler-Berichte
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